14 Milliarden Euro Fehlerkosten am Bau sind untragbar

News | Frank Kessler | 27.04.2017
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Foto: Roland Riethmüller

Laut einer aktuellen Studie hat die deutsche Baubranche im Jahr 2015 circa 14 Prozent des Umsatzes eingebüßt. Die Ursache dafür sei die fehlerhafte Planung und Ausführung. Das entspricht Fehlerkosten in Höhe von rund 14 Milliarden Euro. Schuld daran ist die fehlende gesetzliche Verankerung für das Building Information Modeling (BIM) in Deutschland. Diese Software hilft bei der Planung und Ausführung von Bauprojekten.

In vielen europäischen Ländern ist BIM bereits zur Pflicht geworden. Für Deutschland wäre das auch sinnvoll, wie die Jahresanalyse ergeben hat. Dr. Thomas Liebich und weitere Referenten der aec3 Deutschland GmbH stellten bei den diesjährigen Wienerberger Mauerwerkstagen heraus, wie mit BIM eine Fehlerreduzierung zu erreichen ist. Weiterhin erklärte Liebich: "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann auch in Deutschland BIM zum Standard wird. Der mittelständisch strukturierte Markt in Deutschland wird allerdings noch einige Hausaufgaben erledigen müssen, um mit BIM wettbewerbsfähig zu bleiben".

Fehlerkosten am Bau sind auf Rekordniveau

Schon seit Jahren hat die Baubranche mit Baumängel und Fehlerkosten zu kämpfen. Die Katastrophe um den Berliner Hauptstadtflughafen BER ist nur die Spitze des Eisbergs. Alljährlich gehen die Düsseldorfer Marktforscher von BauInfoConsult der Frage nach, wie hoch die Fehlerkosten tatsächlich sind. Daraus ergibt sich das erschreckende Bild für 2015 mit einem Defizit von 14 Milliarden Euro. Die meisten Gründe liegen bei der fehlerhaften Bauplanung sowie der mangelhaften Bauausführung. Wie schlimm die Sachlage jedoch wirklich ist, kann angesichts der 14 Milliarden Euro nur erahnt werden. Mit BIM hätte das verhindert werden können, sind sich die Experten einig. Die Software ist eine innovative Form der Gebäudeplanung, die mit Hilfe einer Software vonstatten geht. So können Gebäude entworfen, modelliert und optimiert werden. Dazu entsteht ein sogenanntes 5D-Modell mit den zusätzlichen Dimensionen Zeit und Kosten, an dem alle an dem Bauwerk Beteiligten mitarbeiten können. Im Gegensatz zu Zeichnungen können mit BIM erstellten Gebäudemodelle von Beginn an stets verfeinert werden. Am Ende entsteht ein Abbild eines fertigen Bauwerks.

Auch das neue Gebäudeenergiegesetz beschäftigt die Baubranche

Ein weiteres heikles Thema auf den Wienerberger Mauerwerkstagen war das zukünftige Gebäudeenergiegesetz. Die Anforderungen an energetischen Gebäuden steigen immer weiter. Deshalb gibt es beim Niedrigenergiehaus noch viel zu tun. Im Fokus stehen besonders Wärmebrücken, wie der Beitrag von Stefan Horschler vom Büro für Bauphysik zeigte.

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