3D-Betondruck: Erstmals öffentliches Gebäude im Bau

Foto: Peri

In Zeiten von Fachkräftemangel und Wohnungsnot ist Effizienz und Schnelligkeit von hoher Bedeutung. Das gilt auch für den Nicht-Wohnungsbau, für den erstmals ein öffentliches Gebäude im 3D-Betondruck errichtet wird. Mit der bisher größten Druckerkonfiguration soll in 140 Stunden ein Vereinsheim gebaut werden. Dabei ist es auch wichtig, Innovation und Zukunftstechnologien im ländlichen Raum zu etablieren und mit entsprechenden Hightech-Baustoffen CO2 einzusparen.

Das erste öffentliche Gebäude, das mit einem 3D-Betondrucker gebaut wird, entsteht im nordrhein-westfälischen Nordkirchen. Dort entsteht das Vereinsheim des Fußballvereins SC Capelle. Entworfen hat es das Architektenbüro Steinhoff. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung unterstützt das Projekt mit 333.000 Euro. „Für die Gemeinde Nordkirchen ist es einerseits natürlich wichtig, das Ehrenamt zu stärken und Vereinen, wie dem SC Capelle, eine moderne Infrastruktur zur Verfügung zu stellen”, berichtet Bürgermeister Dietmar Bergmann. “Dieses Projekt im Speziellen ist andererseits aber auch ein klares Signal, dass kleine Orte in ländlichen Regionen auch Innovationen und Zukunftstechnologien vorantreiben können.“ Auch die Bauministerin von Nordrhein-Westfalen, Ina Scharrenbach, bestätigt die Bedeutung von Druck: “Denn durch Druck entstehen Diamanten aus CO-armen recyclebaren Beton wie hier in Nordkirchen.“

Innovation gegen Wohnungsnot und Fachkräftemangel

Peri 3D Construction liefert die Expertise zum 3D-Druckprozess und auch die nötige Technologie. Die vertikalen Elemente des Vereinsheims werden Schicht für Schicht vom modulare 3D-Drucker Cobod Bod2 erstellt. Das soll rund 140 Stunden dauern. „Für dieses Projekt haben wir die für uns bisher größte Druckerkonfiguration aufgebaut: 25 Meter lang, 15 Meter breit und zehn Meter hoch“, erklärt Fabian Meyer-Brötz, Geschäftsführer der Peri 3D Construction GmbH. In Zeiten des Fachkräftemangels, der Wohnungsnot und der Stagnation am Bau ist der 3D-Betondruck ein gelungener Lösungsansatz, betont Meyer-Brötz. „Aus unserer Sicht ist das neue Vereinsheim des SC Capelle nicht nur für den Verein und die Gemeinde ein herausragendes Projekt”, betont Architekt Lothar Steinhoff: “Gemeinsam leisten alle beteiligten Projektpartner auch einen wichtigen Beitrag dazu, Zukunftstechnologien im Bauwesen weiterzuentwickeln.” Denn durch den 3D-Betondruck würden sich mehr Menschen für das Handwerk interessieren. So könne man auch wieder Fachkräfte gewinnen.

3D-Betondruck mit komplett recyclebarem Hightech Baustoff

Der Beton-Hersteller Heidelberg Materials setzt für den 3D-Betondruck einen Hightech-Baustoff ein. Dieser kann zu 100 Prozent recycelt werden. „Durch eine gezielte Entwurfsplanung ergibt sich zudem hohes Potenzial für einen effizienten Materialeinsatz”, äußert Jörg Dietrich, Leiter Engineering & Innovation bei Heidelberg Materials Deutschland. Der 3D-Betondruck hat eine hohe Formtreue. Damit der 3D-Betondruck nachhaltig und lokal produziert werden kann, wurde in den letzten Jahren eigens dafür ein Produktionsstandort in Nordrhein-Westfalen gebaut.

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