3D-Betondruck wird billiger: jetzt auch mit normalem Beton

News | Frank Kessler | 03.01.2022
3D-Betondruck wird billiger: jetzt auch mit normalem Beton
Foto: Power2Build

Ende letzten Jahres wurde eine neue Lösung für preisgünstigen 3D-Betondruck vorgestellt. Bei den bisher bekannten Verfahren werden hochspezialisierte und teure Mörtel eingesetzt. Die neue Technologie funktioniert dagegen mit konventionellem Beton, der mit Zusatzmitteln flüssiger und formbarer gemacht wird. Das spart Zeit und Geld. In einem Pilotprojekt wird das Verfahren aktuell eingesetzt, um in Angola preisgünstigen Wohnraum zu bauen.

Durch das neue Verfahren können für einen kostengünstigen 3D-Betondruck überwiegend lokale und leicht verfügbare Materialien eingesetzt werden. Nötig ist dafür allerdings die Beigabe eines Zusatzmittels, das einer Materialgruppe namens D.fab entstammt. Es verwandelt den herkömmlichen Beton in ein vielseitiges Baumaterial, das den Gießprozess bei 3D-Druckanwendungen erleichtert. Ein großer Vorteil des so hergestellten Betons: Beim Einsatz in einem innovativen 3D-Drucker gewinnt er sofort an Form. Er verwandelt sich damit in kürzester Zeit in ein Bauteil, das sich sehr gut für den Bau von Immobilien im 3D-Betondruck-Verfahren einsetzen lässt.

3D-Betondruck in Zusammenarbeit mit Cemex und Cobod

Möglich wurde das neue Betondruckverfahren durch eine erfolgreiche Kooperation der beiden Partner Cobod und Cemex. Das Startup Cobod aus Dänemark ist ein stark wachsendes Unternehmen für Baurobotik und -automatisierung mit über 70 Mitarbeitern. Es bezeichnet sich selbst als weltweit führender Anbieter von 3D-Baudruckern und 3D-Technologie. Im Jahr 2017 baute Cobod das erste 3D-gedruckte Gebäude Europas. Darüber hinaus entstanden mit den 3D-Druckern des Unternehmens die ersten zwei- und dreistöckigen Gebäude Europas im Druckverfahren. Sie wurden in Belgien und Deutschland errichtet.

Durch seine Arbeit möchte Cobod die Bauindustrie weltweit revolutionieren und Baukosten durch Robotik und Automatisierung senken. Mit Cemex haben die Dänen dafür einen guten Partner gefunden. Das globale Baustoffunternehmen ist ein Vorreiter bei der verstärkten Nutzung von Abfällen und Reststoffen als alternative Rohstoffe und Brennstoffe. Zu seinen Angeboten gehören unter anderem innovative Zement- und Betonprodukte sowie Zusatzstoffe für Bauverfahren.

In Angola wird das Verfahren bereits eingesetzt

Power2Build ist weltweit das erste Unternehmen, welches das von Cobod und Cemex entwickelte innovative Verfahren im Rahmen eines Pilotprojekts für den Wohnungsbau einsetzt. Das angolanische Technologie-Startup nutzt neue Technologien in der Baubranche für schnellere, nachhaltigere und effizientere Bauprozesse. Dabei ist das Ziel der Bau von hochwertigen und zugleich günstigen Wohnungen, die für einen Großteil der Bevölkerung erschwinglich sind. Auf diesem Weg soll die Wohnungskrise in Angola und in anderen afrikanischen Ländern bekämpft werden. Mit dem neuen Verfahren hat Power2Build kürzlich das erste im 3D-Betondruck erstellte Haus Angolas gebaut. Es steht in einem Vorort der angolanischen Hauptstadt Luanda. Das Projekt könnte Power2Build auf dem Weg zu seinem Ziel einen guten Schritt voranbringen.

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