4 Gründe für massive Preissteigerungen einiger Dachbaustoffe

News | Frank Kessler | 22.03.2021
4 Gründe für massive Preissteigerungen einiger Dachbaustoffe
Foto: Roland Riethmüller

Seit geraumer Zeit kommt es zu erheblichen Preissteigerungen bei Lattholz und EPS-Dämmstoffen. Die Gründe sind vielfältig und unterliegen einer Verkettung unglücklicher Umstände. So hat das Dachdeckerhandwerk die wesentlichen Faktoren analysiert und dabei vier wesentliche Preistreiber ermittelt. Zwar ist mittelfristig mit einer Entspannung zu rechnen doch müssen vorerst die höheren Kosten auf die Kunden umgelegt werden

Im Dachdeckerhandwerk begünstigen aktuell viele Faktoren den Preisanstieg bei EPS-Dämmstoffen und Lattholz. Die Erhöhungen betragen bis zu 40 Prozent über den herkömmlichen Preisen. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) ist der Sache auf den Grund gegangen und kam zu dem Schluss, dass mehrere Faktoren dafür verantwortlich seien. Da ist zunächst der Ausfall einer großen Produktionsanlage, die die Rohstoffe Styrol und Propylenoxid für die Produktion von EPS-Dämmstoffen liefert. Die dadurch entstandenen Lieferengpässe haben zum ersten Anstieg der Preise beigetragen. Der massive Wintereinbruch in den USA hat ebenfalls die Waren deutlich verteuert, da die Holzproduktion in den USA aufgrund der Witterungsverhältnisse zurückgefahren wurde. Gleichzeitig hat sich aber in Europa die Nachfrage nach Holz verstärkt. Das liegt an den schweren Schäden des europäischen Baumbestands. Diese machen es erforderlich, dass das Bau-Holz immer mehr von internationalen Märkten bezogen werden muss. Erschwerend kommt noch hinzu, dass in China kurzfristig der größte Containermarkt ausgefallen ist. Das wiederum hat zur Folge, dass die Produkte nicht verschifft werden konnten. "Es handelt sich hier um eine unglückliche Verkettung mehrerer Ereignisse”, erklärt ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx. “Es ist also keineswegs so, dass Handel und Industrie ohne Grund plötzlich die Preise nach oben geschraubt hätten."

Dachdecker müssen die Preissteigerungen auf die Kunden umlegen

Zur Zeit stehen die Fachverbände des Handels und der Hersteller in Verbindung, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Die meisten Hersteller haben signalisiert, dass sie im Laufe des Jahres mit einer Entspannung der Lage rechnen. Allerdings geht man nicht von einer kurzfristigen Senkung der Preise aus. Gleichzeitig wird um Verständnis bei den Verbrauchern geworben, wenn die Angebote und die Rechnungen der Dachdecker höher als erwartet ausfallen würden. Den Betrieben bleibt oft keine andere Möglichkeit, als die Preissteigerungen, für die sie nicht verantwortlich sind, an die Verbraucher weiterzugeben. Trotzdem hofft man darauf, dass sich die Lage in Zukunft entspannen wird.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Thomas am 23.03.2021 )

 

Ich habe eigenen Waldbestand mit größeren Sturmschäden. 

Da ich keine eigene Verwendung für die umgestürzten Bäume habe, habe ich versucht diese Stämme an Holzverwerter zu verkaufen, erfolglos. 

Später habe ich versucht das Holz zu verschenken, erfolglos. 

Immer mit dem Hinweis, durch Sturmschäden gäbe es ein Überangebot an Holz. 

Man könnte garnicht soviel verarbeiten, wie man angeboten bekommt. 

Mittlerweile gibt es Forstämter welche im Wald große Stammlager anlegen, diese ständig bewässern um sie irgendwann später mal verkaufen zu können. 

Insofern kann ich Ihren Artikel nicht ganz nachvollziehen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  (Geschrieben von Sven henneman am 23.03.2021 )

Wir haben 200 Fichten in der Eifel zum kauf angeboten. Das Forstamt meinte "wenn sie Glück haben müsste ich kein Geld mitbringen" Unbegreiflich...

  (Geschrieben von Torsten Dittrich am 25.03.2021 )

Das Thema geht doch nun schon seit Jahren so, ich beobachte das es der Bauwirtschaft mit dem Boom besser geht, nun wollen die Hersteller von diesem Boom in Form von Preiserhöhung ggf. partizipierten. Das sehe ich persönlich so und ob das immer gerechtfertig ist...... sei mal dahingestellt. Problem, solange die Nachfrage da ist, werden auch diese Preise akzeptiert werden müssen.

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