Alarmierende Beschäftigungssituation am Bau

News | Jennifer Brandt | 02.08.2016 Bild zu: Alarmierende Beschäftigungssituation am Bau
Foto: Roland Riethmüller

Der demografische Wandel durchzieht im Grunde die gesamte deutsche Wirtschaft. Dennoch gibt es Wirtschaftszweige die stärker von diesem Phänomen betroffen sind als andere. Die Bauwirtschaft zählt dabei zu der Gruppe, die besonders unter der älter werdenden Belegschaft leidet, ohne dabei ausreichend Nachwuchs zu generieren. Doch ist der Aufbau von Fachkräften derzeit die einzige Möglichkeit für die Branche, langfristig Fachwissen zu bewahren.

Die Bevölkerung wird insgesamt immer älter und diese Entwicklung zu stoppen oder wenigstens zu verlangsamen, erweist sich als echte Mammutaufgabe. Der Vergleich der Altersstruktur der Erwerbstätigen in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen zeigt ganz klar, in welchen Branchen besonders viele alte Arbeitnehmer beschäftigt sind. Dabei zeigt sich zwar, dass die Baubranche noch knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt, jedoch in den vergangenen Jahren auch viel stärker gealtert ist als andere Branchen.

Entwicklung ist alarmierend

Gemäß Zahlen von Eurostat waren im Jahr 2015 insgesamt 33,5 Prozent der Arbeitnehmer und Selbstständigen am Bau mindestens 50 Jahre alt. Demnach müsste in den nächsten 17 Jahren ein Drittel der Beschäftigten (circa 900.000 Personen) nachbesetzt werden. Wenn man berücksichtigt, dass der bundesweite Durchschnitt bei 35 Prozent liegt, ist dieses Ergebnis für die Bauwirtschaft wirklich alarmierend. Betrachtet man die Zahlen aus dem Jahr 2008 waren es gerade einmal 23 Prozent der Beschäftigten am Bau, die mindestens 50 Jahre alt waren.

Ausweg aus der Situation

Klar ist auch, dass im Grunde nur der Aufbau von Nachwuchs eine langfristige Gegenentwicklung mit sich bringen kann. Denn im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen kann man am Bau durch eine verlängerte Lebensarbeitszeit kaum einen Erfolg erzielen. Es gilt also Fachkräfte zu sichern, in dem man sie frühzeitig aufbaut und an sich bindet. Bisher wurde in diesem Bereich einfach zu wenig vorangetrieben. Denn Zahlen belegen, dass zwar in den letzten Jahren ein Beschäftigungsaufbau stattgefunden hat. Dieser allerdings zumeist bei den älteren Altersklassen ab 50 Jahren betrieben wurde. Bei den 15- bis 24-jährigen ist die Zahl seit dem Jahr 2008 um 13,4 Prozent und bei den 25- bis 49-jährigen um sechs Prozent gesunken.  Es gilt also, in jedem Fall mit Nachdruck, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern und durch angemessene Löhne u.ä. auch eine gewisse Attraktivität zu schaffen.

Mit dem Programm „Berufsstart Bau“ der SOKA BAU wird genau an dieser Herausforderung gearbeitet. Es sollen die Jugendlichen einen Ausbildungsplatz ermöglicht bekommen, die ohne Hilfe durch ihre Qualifikation allein keinen Ausbildungsplatz bekommen würden.

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