Allzeithoch in der Bauwirtschaft

News , 23.10.2016 , Jennifer Brandt Bild zu: Allzeithoch in der Bauwirtschaft
Foto: Roland Riethmüller

Betrachtet man die unterschiedlichen Regionen Deutschlands innerhalb der Bauwirtschaft, ist die Mehrheit von ihnen im Grunde sehr zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage. So auch in der Region Berlin und Brandenburg, wie der aktuelle Bauklimaindex maßgeblich belegt. Nicht nur, dass die aktuelle Geschäftslage als sehr positiv bewertet wird, auch der Ausblick auf die nächsten Monate gestaltet sich sehr optimistisch.

Der aktuelle Bauklimaindex der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg belegt, dass die Baubranche der Region ihre aktuelle Geschäftslage ausgesprochen positiv beurteilt. Immerhin bewerten 93 Prozent der Unternehmen diese als gut oder befriedigend. Gerade einmal sechs Prozent sind zurzeit eher unzufrieden. Insgesamt stellt dies ein wirklich solides und gleichzeitig erfreuliches Ergebnis dar. Insbesondere wenn man die Angaben des Vorjahres in Vergleich setzt.

Straßen- und Tiefbauer in Berlin besonders zufrieden

Besonders im Berliner Straßen- und Tiefbau ist eine Verbesserung der Stimmung zu verzeichnen. Hier haben 40 Prozent der Befragten ihre derzeitige Geschäftslage als gut beurteilt. 60 Prozent bezeichnen sie immer noch als befriedigend, aber keiner bewertet sie als schlecht. Das ist eine starke Verbesserung. Denn noch im September 2014 haben gut 22 Prozent dieses Gewerks ihre Lage als schlecht bezeichnet. Die Umsatzerwartung für das laufende Jahr ist ebenfalls sehr gut. So erwarten 40 Prozent der Befragten ein steigenden Umsatz bis zum Jahresende. Nur die Hälfte rechnet mit einem gleichbleibenden Ergebnis.

Für Reinhold Dellmann, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau, ist klar, dass die gute Grundstimmung auch an der Situation des Wohnungsbaus orientiert ist und nun endlich auch einen Einfluss auf die Straßen-, Tief- und Rohrleitungsbauer hat. Zeit zum Ausruhen bleibt dennoch nicht, wie Dellmann deutlich macht: „Es bleibt viel zu tun: Um der Auftragslage unter die Arme zu greifen, brauchen wir einen starken öffentlichen Auftraggeber, der mit mehr qualifiziertem Personal die bereitgestellten Mittel auch tatsächlich verbaut.“

Bau-Arbeitsmarkt gut, dennoch fehlen Fachkräfte

Auch der Bau-Arbeitsmarkt macht deutlich, dass die Lage gut ist. Denn derzeit werden immer seltener Beschäftigte aus den Betrieben entlassen. Dennoch werden auch nicht viel mehr Leute eingestellt,  weil es einfach an qualifizierten Fachkräften mangelt. Demnach zeigt sich aber auch, dass derjenige, der sich für einen Job am Bau entscheidet, für einige Jahre einen durchaus sicheren Arbeitsplatz hat.

Andere Gewerke der Bauwirtschaft in Berlin ebenfalls optimistisch

Auch die Ausbaugewerke sind ausgesprochen zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Immerhin schätzen 79 Prozent der befragten Unternehmen diese als gut ein und gerade einmal 11 Prozent als befriedigend. Einen Umsatzanstieg erwarten 63 Prozent. Der Hochbau reiht sich in diese positive Grundstimmung hinsichtlich der Geschäftslage ein. Mit einem Umsatzplus rechnen in diesem Bereich 40 Prozent, was allerdings einem Rückgang um 10 Prozent entspricht.

Bauwirtschaft in Brandenburg ebenfalls optimistisch, wenn auch etwas zurückhaltender

Die Brandenburger Bauwirtschaft ist ebenfalls sehr gut unterwegs, jedoch etwas verhaltener. Hier schätzen 48 Prozent ihre Lage als gut ein. Dennoch entspricht dieser Wert einem Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis. In Brandenburg sind es vor allem die Ausbau-Gewerke, die ihre Sitaution verbessert haben. Drei Viertel sind dabei sogar sehr zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Dies entspricht einem Anstieg von 25 Prozent. Erfreulich ist auch, dass in diesem Segment 75 Prozent mit einem Umsatzplus für das laufende Jahr rechnen.

Der Hochbau ist da ein wenig zurückhaltender in seinen Angaben. Hier sind zwar 57 Prozent der Befragten ebenfalls sehr zufrieden mit der Geschäftslage, doch sind dies 13 Prozent weniger als noch im Vorjahr. 44 Prozent rechnen hier mit einem Umsatzanstieg, was ebenfalls einem Minus von 13 Prozent gleichkommt. Die Straßen- und Tiefbau haben keinerlei großartige Veränderung gegenüber den letzten Werten dargestellt.