Ansteigende Baumaterialpreise bedrohen Baukonjunktur

News , 31.08.2010 , Roland Riethmüller Bild zu: Ansteigende Baumaterialpreise bedrohen Baukonjunktur
aboutpixel.de / BauStahl 1 © Sven Schneider

Die Erholung der weltkonjunkturellen Lage stimuliert zwar die Baukonjunktur, mit ihr steigen aber auch die Baumaterialpreise im Ausland. Das führt dazu, dass Deutsche Unternehmen, zunehmend unmöglich kalkulierbare Risiken in ihren Angeboten preislich berücksichtigen müssen. Aus diesem Grund plädiert Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, für eine rasche Reform der Stoffpreisgleitklauseln.

Die Rohstoffpreise sind in den letzten Monaten deutlich angestiegen. So stieg beispielsweise der Preis für Metalle im Juli 2010 im Vergleich zum Vorjahreswert um 19% und binnen Jahresfrist ist der Preis für Breitflachstahl um 24% angestiegen. Auch Betonstahl hat sich mit 44% fast um die Hälfte verteuert.

Diese deutlichen Preisschwankungen machen der Bauwirtschaft schwer zu schaffen und dürfen nicht einseitig auf die bauausführende Wirtschaft abgewälzt werden. Deshalb fordert Knipper eine faire Risikoverteilung zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber und warnt vor einer negativen Beeinflussung der noch sehr schwachen Baukonjunktur.

Gleichzeitig steht der Hauptverband mit der Bundesregierung im Gespräch über eine grundlegende Reform der Stoffpreisgleitklauseln. Das bisherige Verfahren wird als zu aufwändig und vor allem langwierig beurteilt. Mit der Reform müssen auch ähnliche Regelungen mit den Ländern und Kommunen sowie privaten Auftraggebern erzielt werden. Denn die Stoffpreisschwankungen können aufgrund der noch nicht entspannten baukonjunkturellen Lage nicht durch Baupreiserhöhungen aufgefangen werden.