Aufschwung in Sicht? SHK-Branche trotzt der Baukrise

Foto: VidEst / envatoelements

Obwohl die Baukonjunktur weiter schwächelt, verzeichnet das Geschäftsklima der SHK-Branche im ersten Quartal 2024 erstmals eine verhaltene Erholung. Mit einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorquartal deutet das aktuelle SHK-Konjunkturbarometer auf positive Veränderungen hin. Auch wenn die Branche weiterhin unter der neutralen Marke bleibt, könnte dieses aufkommende Wachstum eine Trendwende für die Haus- und Gebäudetechnik bedeuten. 

Trotz eines weiterhin negativen Geschäftsklimas im gesamten ersten Quartal 2024 zeigt das SHK-Konjunkturbarometer leichte Anzeichen einer Besserung. Mit einem Anstieg um vier Punkten im Vergleich zum Vorquartal ist eine leichte Aufwärtsbewegung spürbar, obwohl die Werte in der Branche für Haus- und Gebäudetechnik mit einem aktuellen Wert von minus acht immer noch unterhalb der neutralen Zone liegen. Damit liegt das Geschäftsklima der SHK-Branche aktuell acht Punkte über dem allgemeinen ifo-Geschäftsklima. Das weckt Hoffnung auf eine fortschreitende Erholung.

Ursachen der schwachen Baukonjunktur

Die deutsche Bauwirtschaft erlebte im Jahr 2023 eine deutliche Abkühlung, vor allem im Neubausektor, was zu einer Reduktion der Fertigstellungen und somit zu einer Verschlechterung der Auftragslage führte. Die hohe Inflation und die daraus resultierende Unsicherheit unter den Eigentümern bewirkten auch im Sanierungsbereich zahlreiche Projektverschiebungen. Als Ausnahme von dieser negativen Tendenz blieb die Nachfrage nach Heizungsaustausch und Photovoltaikanlagen verschont und zeigte sogar Wachstum.

Positive Entwicklungen in allen Produktbereichen

In den letzten Monaten zeichneten sich diverse Entwicklungen in den Produktbereichen Heizung, Sanitär sowie Lüftung und Klima ab. Während das Geschäftsklima in den Bereichen Heizung und Lüftung/Klima zu Beginn des Jahres 2024 erstmalig insgesamt negative Werte verzeichnete, zeigt der Bereich Lüftung/Klima mit einem Wert von -20 eine besonders starke negative Bewertung. Im Vergleich dazu stehen die Bereiche Sanitär und Heizung mit Werten von -10 bzw. -11 etwas besser da. Ein Trend zur Besserung im Sanitärbereich werde durch zunehmendes Interesse in den Ausstellungen sichtbar, was einen potenziellen Umsatzanstieg in der nahen Zukunft vermuten lasse. Die politischen Entscheidungsträger seien nun gefordert, durch stabile und verlässliche Rahmenbedingungen die Neubautätigkeit zu fördern und somit die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum zu unterstützen. „Die Politik ist aufgefordert, durch verlässliche und konstante Rahmenbedingungen dafür zu sorgen, dass auch das Neubaugeschäft wieder anzieht“, fordert Thilo C. Pahl, Vorsitzender der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). „Nur dann wird es gelingen, dringend benötigten zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.“

Zuversicht auf eine Erholung

Erfreulicherweise hat sich das Geschäftsklima bei den Industrieunternehmen im ersten Quartal 2024 verbessert und erreicht einen Saldo von -15, verglichen mit -29 im letzten Quartal 2023. Dies ist ein positiver Hinweis darauf, dass die Industrie beginnt, sich von den schweren Zeiten zu erholen. Auch im Großhandel und bei den installierenden Unternehmen sind Anzeichen einer Besserung sichtbar, was die Hoffnung auf eine generelle Marktstabilisierung verstärkt. Trotzdem sei laut einer aktuellen Prognose des Marktforschungsinstituts B+L für das Jahr 2024 mit einem weiteren Rückgang der Neubauinvestitionen zu rechnen, während im Bereich der Sanierung eine leichte Erholung erwartet werde. Angesichts einer Zunahme der Sanierungsaktivitäten könne dies eine Belebung im Bereich der Sanitärinstallation bedeuten, vor allem wenn aufgeschobene Projekte endlich umgesetzt werden.

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