Auftragsmangel und Kostenexplosion bremsen Malerbetriebe aus

Steigende Betriebskosten, rückläufige Aufträge und eine wachsende Zurückhaltung privater Auftraggeber verschärfen vermehrt die wirtschaftliche Lage im Maler- und Lackiererhandwerk. Vor allem kleine und inhabergeführte Handwerksbetriebe kämpfen zunehmend mit sinkender Planungssicherheit und dünner werdenden Auftragsbüchern. Besonders problematisch ist dabei, dass viele Verbraucher Renovierungen, Modernisierungen und Sanierungsmaßnahmen verschieben. Eine aktuelle Konjunkturbefragung zeigt, wie stark die schwache Baukonjunktur inzwischen das Ausbauhandwerk belastet – mit spürbaren Folgen für Umsatz, Beschäftigung und Investitionen. 

Das deutsche Maler- und Lackiererhandwerk gerät zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Vor allem kleine und inhabergeführte Betriebe kämpfen mit rückläufigen Aufträgen aus dem Privatkundengeschäft, steigenden Kosten und sinkender Planungssicherheit. Eine aktuelle Konjunkturbefragung des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz (BV Farbe) zeigt, dass die Stimmung in der Branche spürbar kippt. Besonders Sanierungs- und Renovierungsarbeiten werden vielerorts verschoben. Das hat direkte Folgen für die Auftragslage im Handwerk. So zeichnen die Zahlen der Befragung ein deutliches Bild. Während noch im zweiten Halbjahr 2025 rund 41 Prozent der befragten Betriebe ihre Umsatzentwicklung positiv bewerteten, rechnen für das laufende Jahr 2026 nur noch etwa 30 Prozent mit einer guten Geschäftslage. Gleichzeitig steigt die Zahl der Unternehmen mit negativen Umsatz- und Ertragserwartungen deutlich an. Auch die Auftragsbücher werden dünner: Der durchschnittliche Auftragsvorlauf liegt inzwischen nur noch bei rund elf Wochen. Vor drei Jahren waren es noch mehr als 14 Wochen. Besonders betroffen sind Kleinstbetriebe mit weniger als vier Beschäftigten. Dort beträgt das Auftragspolster teilweise nur noch 9,4 Wochen. 

Privatkunden bremsen Investitionen zur Modernisierung aus

Als größtes Problem nennen die Betriebe die schwache Nachfrage privater Auftraggeber. Rund 74 Prozent der Unternehmer sehen darin den Hauptgrund für die angespannte Lage. Das zurückhaltende Konsumverhalten trifft das Ausbauhandwerk besonders hart, weil viele Renovierungen und Modernisierungen verschoben werden. „Wir merken derzeit eine deutliche Zurückhaltung sowohl bei privaten Auftraggebern als auch der Industrie“, beschreibt BV Farbe-Präsident Guido Müller die Situation. „Nicht zwingend notwendige Renovierungsmaßnahmen werden zunehmend verschoben.“ Hinzu kommen stark gestiegene Betriebskosten. Kraftstoffe verteuerten sich laut Umfrage zuletzt um rund 32 Prozent, auch Energie- und Betriebskosten legten deutlich zu. Gleichzeitig steigt die Preissensibilität der Kunden. Viele Betriebe geraten dadurch in einen schwierigen Spagat zwischen wirtschaftlich notwendiger Kalkulation und wachsendem Wettbewerbsdruck.

Handwerksbetriebe im Malerhandwerk kämpfen mit sinkender Planungssicherheit

Vor allem kleinere Malerbetriebe leiden unter den aktuellen Marktbedingungen. Anders als größere Unternehmen verfügen sie oft nicht über langfristige Großprojekte oder öffentliche Aufträge. Das Privatkundengeschäft bildet vielerorts das wirtschaftliche Fundament. Wenn dort Investitionen ausbleiben, schlägt sich das unmittelbar auf Umsatz und Beschäftigung nieder. „Zeitgleich werden wir – in einem sich verschlechternden Konsumklima mit höherer Preissensibilität unserer Kunden – in allen Bereichen mit Kostensteigerungen konfrontiert“, warnt Müller. „Das macht langfristige Planungen und solide Kalkulationen unmöglich und setzt unsere Betriebe unter Druck.“ Doch trotz der schwierigen Lage halten viele Unternehmen aktuell noch an ihren Beschäftigten fest. Mehr als 60 Prozent der Betriebe rechnen mit einer stabilen Mitarbeiterzahl. Dennoch erwartet bereits jeder sechste Betrieb sinkende Beschäftigtenzahlen.

Sanierung bleibt wichtigste Einnahmequelle

Stabil bleibt dagegen der Markt für Sanierung und Modernisierung. Rund 86 Prozent der befragten Maler- und Lackiererbetriebe arbeiten überwiegend im Bestand. Innenraumarbeiten, Fassadenbeschichtungen und klassische Malerarbeiten sichern weiterhin den Großteil der Umsätze. Gerade energetische Sanierungen und Modernisierungen könnten für viele Betriebe künftig zum entscheidenden Stabilitätsfaktor werden. Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch: Ohne wirtschaftliche Impulse und mehr Investitionsbereitschaft droht vielen kleinen Handwerksbetrieben eine zunehmend schwierige Zukunft.

Wie kritisch ist die Lage im Malerhandwerk wirklich?

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Viele reden aktuell über die Krise im Handwerk – aber die Realität für kleine Selbstständige wird oft unterschätzt.

Als kleiner Malerbetrieb spüre ich die Lage gerade massiv. Seit vier Monaten kommen bei mir kaum noch Aufträge rein. So etwas habe ich in meiner gesamten Selbstständigkeit noch nie erlebt.

Gleichzeitig steigen die Belastungen immer weiter:
Parkausweise, AOK/Krankenkasse, Berufsgenossenschaft, Handwerkskammer, Kraftstoff, Materialkosten, Gewerbesteuer, Einkommensteuer – alles wird teurer.

Und was viele zusätzlich als ungerecht empfinden:
Angestellte dürfen inzwischen oft bis zu 2.000 Euro steuerfrei zusätzlich erhalten oder profitieren von verschiedenen Entlastungen. Kleine Selbstständige tragen dagegen weiterhin das volle Risiko – ohne vergleichbare Unterstützung.

Viele kleine inhabergeführte Handwerksbetriebe arbeiten längst am Limit.
Wir reden hier nicht von großen Firmen, sondern von Menschen, die seit Jahrzehnten ehrlich arbeiten, Steuern zahlen und ihre Kunden zuverlässig bedienen.

Wenn private Kunden aus Unsicherheit Renovierungen verschieben, trifft das kleine Betriebe sofort.
Denn wir leben nicht von Großprojekten, sondern von normalen Aufträgen aus dem Alltag.

Das Handwerk ist nicht nur Wirtschaft.
Es sind Menschen, Existenzen und jahrzehntelange Erfahrung.

Wenn kleine Betriebe verschwinden, kommt das nicht einfach wieder zurück.

Wie sind ein im Ruhrgebiet ansässiges familiengeführtes Immobilienunternehmen und suchen für unsere Immobilien im Ruhrgebiet und Teilen von Sachsen-Anhalt zuverlässige Malerbetriebe für eine langfristige Zusammenarbeit. Wenn Sie aus diesem Raum stammen schreiben Sie mir gerne eine Mail an roessler@roessler.immo Herzlichen Dank

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