Auftragspolster schmelzen - Stimmung im Elektrohandwerk mäßig

News | Frank Kessler | 11.02.2021
Auftragspolster schmelzen - Stimmung im Elektrohandwerk mäßig
Foto: Roland Riethmüller

Wie sind die Betriebe bisher durch die Corona-Krise gekommen und was erwarten sie für die Zukunft? Diesen Fragen ist das Elektrohandwerk in einer aktuellen Sonderumfrage nachgegangen. Bemerkenswert ist, dass obwohl sich die Lage im Elektrohandwerk seit dem Sommer nicht verschlechtert hat, die Erwartungen für das Jahr 2021 eher verhalten sind. Das liegt zum Teil auch daran, dass die im Frühjahr 2020 noch vorhandene Auftragspolster in der Zwischenzeit schwinden.

Trotz Verschärfung des Lockdowns und des Starts der Impfungen stagniert die Zahl der Infizierten. Wann sich die Situation wieder entspannen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Das sorgt für eine große Planungsunsicherheit bei den Unternehmen. Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hat aus diesem Grund erneut eine Corona-Umfrage durchgeführt. Es ist bereits die dritte Umfrage während der Corona-Krise. Rund 1.800 Betriebe haben sich daran beteiligt. Der Geschäftsklimaindex hat sich demnach trotz der Pandemie nicht spürbar verschlechtert und liegt immer noch bei 79,8 Punkten. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es auch im Winter zu keinen großen Umsatzeinbrüchen kam. Nur 23,6 Prozent gaben an, dass der Umsatz zurückgegangen sei. Zu Beginn des ersten Lockdowns waren es mit 58,6 Prozent fast doppelt so viele. Kurzarbeit scheint für das E-Handwerk ebenfalls kein großes Thema zu sein. Nur 4,8 Prozent gaben an, Kurzarbeit angemeldet zu haben. Im Mai 2020 waren es noch 13,8 Prozent gewesen. Rund 0,7 Prozent der Befragten mussten Mitarbeiter entlassen.

Die Auftragspolster verringern sich

Was die Auftragsbestände betrifft, so zeigt sich hier eine hohe Differenz zu den ersten beiden Corona-Umfragen. Zum damaligen Zeitpunkt verfügten die Betriebe noch über beachtliche Auftragspolster, die zum Teil für vier Monate reichten. Diese sind deutlich geschmolzen. Nur noch 39,3 Prozent der Betriebe gaben an, über ein Auftragspolster von mehr als zwei Monaten zu verfügen. Die Geschäftsentwicklung wird durch diesen Umstand maßgeblich beeinflusst. Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie kann trotz der Bereitstellung von Impfstoffen noch nicht eingeschätzt werden. Außerdem haben die Betriebe auch Angst vor der hohen staatlichen Verschuldung, vor einem Rückgang der staatlichen Investitionen und vor Konsumzurückhaltung. Laut der Umfrage gehen rund 31,8 Prozent von einem Umsatzrückgang aus. Einen Anstieg erwarten lediglich 9,4 Prozent.

Beschaffungsprobleme im Elektrohandwerk

Corona-bedingte Beschränkungen und die Hygieneanforderungen machen den Innungsbetrieben auch zu schaffen. 30,5 Prozent gaben an, dass sie Probleme damit hätten, ihre handwerklichen Leistungen erbringen zu können. 54,3 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die jüngsten Corona-Maßnahmen den Zugang zu den Baustellen, zu den Betrieben und zu den Haushalten auch weiterhin erschweren wird. Die Zahl derer, die an Corona erkrankt sind oder in Quarantäne mussten, ist gestiegen. Rund 39,7 Prozent sind bereits betroffen. Außerdem beklagen 40 Prozent Beschaffungsprobleme im Elektrohandwerk.

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