In der deutschen Wirtschaft kriselt es schon seit längerer Zeit. Abhängig von der Branche klagen die Unternehmen von der schlechten Stimmung und von hohen Einbußen. Das Elektrohandwerk konnte sich im Frühjahr noch von diesem negativen Trend absetzen. Auch hier hat sich die Stimmung jedoch verschlechtert. Der Grund liegt in der Auftragsentwicklung der letzten sechs Monate. Die Zahl der offenen Stellen ist ebenfalls rückläufig.
Die Abkühlung der Konjunktur im Elektrohandwerk setzt sich weiter fort. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Im Frühjahr konnte sich das E-Handwerk noch von dem negativen Trend absetzen. Das Ergebnis der ZVEH macht jedoch deutlich, dass sich nun auch in diesem Gewerk die Stimmung deutlich verschlechtert hat. Trotzdem ist es noch kein wirtschaftlicher Einbruch. Denn noch immer sind es 54,1 Prozent der Befragten, die ihre Geschäftslage als gut beurteilen. Im Februar 2024 waren es zwar noch 58,8 Prozent. Doch auch 37,1 Prozent beurteilen ihre Lage als befriedigend und nur 8,8 Prozent als schlecht.
Rückläufige Auftragsentwicklung im Elektrohandwerk
Die pessimistische Einschätzung beruht auf der rückläufigen Auftragsentwicklung in den letzten sechs Monaten. 30 Prozent der Betriebe sprechen von Auftragsrückgängen. Das zieht sich durch alle Auftraggeber, egal ob privat, öffentlich oder gewerblich. Das macht auch deutlich, dass das in der Branche übliche Auftragspolster zurückgegangen ist. Aktuell beträgt der Auftragsvorlauf nur noch 13,8 Wochen. Vor einem halben Jahr waren es noch 15,2 Wochen. Im Frühjahr gaben noch 28,8 Prozent an, ein Auftragsvolumen von mehr als vier Monate zu haben. Aktuell sind es nur noch 22,1 Prozent. Das entspricht einem Minus von 6,7 Prozent.
Durch Zurückhaltung immer weniger offene Stellen
Die Unternehmen melden ebenfalls weniger offene Stellen. Im Frühjahr waren es noch 57,5 Prozent, jetzt liegt die Zahl bei 52,0 Prozent. Das macht deutlich, dass sich das Elektrohandwerk wegen Auftragsrückgängen mit der Ausschreibung offener Stellen zurückhält. Somit ist der seit fünf Jahren anhaltende Trend nicht mehr positiv. Normalerweise melden die Betriebe im Herbst ein Wachstum der Beschäftigten aufgrund der Neueinstellungen von Auszubildenden. Doch aktuell sind die Zahlen rückläufig. Schon im Frühjahr war das Wachstum deutlich negativ. Auf die Gesamtbewertung gesehen, lässt das auf eine negative Beschäftigungsentwicklung schließen.
Solider Geschäftsklimaindex im Elektrohandwerk
Anhand der negativen Entwicklung wundert es nicht, dass auch der Geschäftsklimaindex von 75,7 auf nunmehr 72,7 Punkte gesunken ist. Trotz dieser Turbulenzen zeigt sich das Elektrohandwerk jedoch immer noch resilient. „Da nicht davon auszugehen ist, dass sich die konjunkturelle Situation in den nächsten Monaten drehen wird, sollten wir die Unternehmen der E-Handwerke wetterfest machen“, empfiehlt ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser. Dabei sieht das Elektrohandwerk auch die Politik in der Pflicht. Aus Berlin müssen deutliche Signale kommen, um die Zurückhaltung bei Investitionen zu beseitigen. Ansonsten kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch das ansonsten stabile Elektrohandwerk Einbrüche zu verzeichnen hat.

















