Aus für Verbrennungsmotoren: Bauwirtschaft erwartet Mehrkosten

Aus für Verbrennungsmotoren Bauwirtschaft erwartet Mehrkosten
Foto: Roland Riethmüller

Das EU-Parlament hat für das Jahr 2035 das Ende für Benzin- und Dieselmotoren beschlossen. Für LKWs wird ebenfalls ein Verbrenner-Aus für das Jahr 2040 diskutiert. Das Verbot von Verbrennungsmotoren wird Deutschland schwer treffen, doch besonders leiden wird darunter die Bauwirtschaft. Denn viele der dort eingesetzten Fahrzeuge, Maschinen und Geräte werden aktuell noch überhaupt nicht mit einem Alternativantrieb wie beispielsweise einem Elektromotor angeboten.

Das geplante Aus der Europäischen Union für Verbrenner trifft besonders die Bauwirtschaft. So soll es laut dem EU-Parlament ab dem Jahr 2035 keine neuen Autos und leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr geben. Ab dem Jahr 2040 soll zudem das Verbot auch für Bagger, schwere Maschinen und Baufahrzeuge gelten. „Diese neue EU-Kostenlawine wird der deutschen Wirtschaft enorm schaden”, befürchtet Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB). “Die Bauwirtschaft wird zwar erst mit der zweiten Verbotswelle getroffen, dann aber mit voller Wucht: 99 Prozent der Fahrzeuge, Geräte, Maschinen und Bagger sind dieselbetrieben.“ Weiter erklärt Pakleppa, dass viele der betroffenen Maschinen und Geräte noch gar nicht mit E-Mobilität erhältlich seien. Aus diesem Grund müsse ein Verbrennerverbot verhindert werden, bis alternative Antriebsmethoden auf dem Markt zu bekommen sind.

Technologieoffenheit ist der Schlüssel zur Energiewende

Pakleppa betont weiter, dass Technologieoffenheit der Schlüssel zur Energiewende sei. Nur so könne die Wirtschaft und der Wohlstand gesichert werden. Diese Verbotspolitik werde letzten Endes nur für alle sehr viel teuer. In diesem Zusammenhang weist Pakleppa auch auf die maroden Straßen und Brücken hin. Fakt sei, dass das Gewicht von Elektrofahrzeugen wegen der schweren Batterien deutlich höher ist als das von herkömmlichen Fahrzeugen. Durch deren Einsatz werden die Brücken und Straßen noch stärker beansprucht. Bei der zukünftigen Planung sollte dieser Punkt unbedingt beachtet werden, so Pakleppa. Besonders bei den Brücken könne diesbezüglich ein Neubau sinnvoller sein, als eine Sanierung.

Förderung für Bauwirtschaft gefordert

Auch die Bauwirtschaft Baden-Württemberg sieht das Verbot von Verbrennungsmotoren in der zweiten Stufe im Jahr 2040 besonders kritisch. Bemängelt werde vor allem der zeitliche Rahmen. Die Frist für die Umstellung müsse angemessen verlängert werden. Auch die angestrebten CO2-Reduzierungen bis zum Jahr 2030 um 45 Prozent und bis zum Jahr 2035 um 65 Prozent seien als Zwischenziele kaum zu schaffen. Schließlich seien die Baufahrzeuge fast uneingeschränkt dieselbetrieben. Das beträfe immerhin fast 99 Prozent aller Fahrzeuge und Maschinen. Um die Kosten der Umstellung abzufedern, wäre es zudem sinnvoll, eine Förderung für kleine Baubetriebe einzuführen.

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