Ausbildung am Bau wieder im Kommen

News | Frank Kessler | 11.02.2020
Ausbildung am Bau ist wieder im Kommen
Foto: Roland Riethmüller

Die Zahlen belegen es - immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung am Bau. Das ist unter anderem auf die guten Perspektiven in der Bauwirtschaft zurückzuführen. Komplexe Technik und die Digitalisierung haben zur Attraktivität für eine Lehre am Bau beigetragen. Heutzutage wird weniger mit den Muskeln gearbeitet, sondern mit komplexem Fachwissen. Das hat mit dazu beigetragen, dass sich immer mehr junge Menschen für eine Ausbildung in der Bauwirtschaft entscheiden.

Die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-Bau) haben die aktuelle Ausbildungszahlen am Bau veröffentlicht. Demnach waren trotz des Nachwuchsproblems der Bauwirtschaft zum Ende 2019 rund 40.000 junge Leute in einem Ausbildungsverhältnis im Baugewerbe. Gegenüber dem Vorjahr waren es 2,5 Prozent mehr. 80 Prozent dieser Auszubildende absolvieren ihre Lehre bei einem Familienbetrieb. Aus den alten Bundesländern stammen rund 33.627 Auszubildende. Das entspricht einem Anstieg von 1,4 Prozent. Aus den neuen Bundesländern stammen 6.146. Das ist ein Plus von 8,8 Prozent. Dazu erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa: "Damit stieg die Zahl der Lehrlinge zum vierten Mal in Folge. Einmal mehr zeigen die Zahlen, wie attraktiv eine Ausbildung am Bau für junge Menschen ist."

Gute Perspektiven in der Bauwirtschaft

Zurückzuführen sei der Anstieg der Lehrlingszahlen auf die gute Entlohnung und die positiven Perspektiven in der Bauwirtschaft. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten gibt es im Bereich Infrastrukturbau und Wohnungsbau noch sehr viel zu tun. Außerdem kommt noch hinzu, dass sich die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen drastisch verändert haben. Begünstigt wurde dies durch die technische Weiterentwicklung und durch die Digitalisierung. Der Einsatz umfangreicher Technik und Digitalisierung hat den Alltag auf einer Baustelle verändert. Heute ist mehr Fachwissen als Muskelkraft gefragt und das muss ständig auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Millionen fließen in die Ausbildung am Bau

Pakleppa wies außerdem darauf hin, dass über die Berufsbildungsumlage rund 380 Millionen Euro an die Ausbildungsbetriebe und Ausbildlungszentren fließen. Damit soll eine überbetriebliche Ausbildung garantiert werden. Weiterhin teilte er mit, dass andere Branchen dieses Ausbildungssystem im Baugewerbe beneiden würden. Rechnet man die Kosten hinzu, die durch die Ausbildungsbetriebe ebenfalls noch zu bewerkstelligen seien, so werden rund 750 Millionen Euro durch die Betriebe jedes Jahr in den Berufsnachwuchs investiert.

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