Ausbildungsmarkt im Baugewerbe profitiert von Flüchtlingen

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Foto: Roland Riethmüller

Schon lange diskutieren Fachleute darüber, ob der Fachkräftemangel im Baugewerbe durch die Geflüchteten eingedämmt werden kann. Eine aktuelle Studie hat sich nun dieser Frage gestellt und die jüngsten Arbeitsmarktdaten ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass die Vermittlungsquote im Vergleich zur Gesamtheit der Arbeitslosen unter dem Durchschnitt liegt. Doch im Ausbildungsmarkt gestaltet sich die Situation deutlich anders.

In den vergangenen Jahren stieg die Zuwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland stark an. Dies führte zu der Frage, ob der Fachkräftemangel dadurch vermindert werden könne. Denn vor allem in der Baubranche herrscht eine gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften. Doch anhand der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) konnte die SOKA-Bau in einer aktuellen Analyse nachweisen, dass bislang nur wenige Flüchtlinge eine Anstellung in dieser Branche gefunden haben. Der Anstieg der Bewerberzahlen zeigt jedoch bereits seine Auswirkung.

Der Arbeitsmarkt profitiert von den Flüchtlingen

Die BA verfügt seit Juni 2016 über komplette Angaben zum Aufenthaltsstatus der arbeitssuchenden Angehörigen von Drittstaaten, welche bei den Jobcentern und Arbeitsagenturen registriert sind. Diese ergaben, dass im Juni 2016 gut 300.000 Flüchtlinge als arbeitssuchend gemeldet waren, davon waren 131.000 Gemeldete arbeitslos. Die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge hat sich bis zum Februar 2018 auf 131.000 Personen und auf 478.000 registrierte arbeitssuchende Personen erhöht. Dies zeigt, dass immer mehr Menschen dieser Personengruppe auf den Arbeitsmarkt kommen, allerdings steht eine große Zahl aufgrund von verschiedenen Maßnahmen nicht direkt zur Verfügung. Im Gegenzug nahm der Abgang in der Beschäftigung zu. Mitte des Jahres 2016 nahmen monatlich etwa 2.500 der arbeitslosen Migranten eine Tätigkeit auf, Anfang des Jahres 2018 waren es gut 7.500 pro Monat. Im Vergleich mit den kompletten Arbeitslosenzahlen ist der Abgang in eine Erwerbstätigkeit immer noch schwächer, nur etwa vier Prozent arbeitslosen Flüchtlinge nahm eine Beschäftigung auf, der Anteil bei allen Arbeitslosen betrug acht Prozent.

Fachkräftemangel im Baugewerbe

Eine Statistik der BA zeigt, dass das Baugewerbe dabei nur einen kleinen Anteil einnimmt. Zudem wird deutlich, dass sich die Aufnahme einer Beschäftigung aus den Herkunftsländern größtenteils auf Beschäftigungen bezieht, die nicht sozialversicherungspflichtig sind. Im Baugewerbe hingegen wächst in der Hauptsache der Bedarf an sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern. Die Zahl hat sich, verglichen mit dem Vorjahr, verdoppelt. Eine bedeutende Rolle bei der Integration der Asylbewerber besteht in der betrieblichen Ausbildung. Freie Ausbildungsstellen sind in der Baubranche nur schwer zu besetzen. Die Zahl der offenen Stellen übersteigt die Anzahl der Bewerber um 30 Prozent. Bei den Flüchtlingen handelt es sich jedoch meist um junge Menschen mit niedrigen oder gar keinem Bildungsabschluss. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ist die Bewerberzahl der ausländischen Personen auf dem Ausbildungsmarkt jedoch gleich geblieben. Allerdings nur, weil diese durch den Rückgang der deutschen Bewerber ausgeglichen wurde, ansonsten wäre die Zahl gesunken.

Die Lage in den Ausbildungsberufen

Die Zahlen machen weiterhin deutlich, dass der größte Teil der Bewerben aus den Flüchtling-Herkunftsländern einen Ausbildungsplatz gefunden hat. Rund 3.100 Arbeitsverträge konnten abgeschlossen werden, das sind gut 2.000 Verträge mehr als im Vorjahr. Davon entfallen 300 zusätzliche Ausbildungsverträge auf Hoch- und Tiefbau-Berufe, das sind gut ein Drittel in der ganzen Bauwirtschaft, wie die SOKA-Bau mitteilte. Somit hat sich der Anstieg der Auszubildenden aus den Flüchtlingsländern äußerst positiv auf die Ausbildungszahlen in der Bauwirtschaft ausgewirkt.

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