Ausgebremst: Bauwirtschaft kritisiert Klimaschutzauflagen

Foto: Roland Riethmüller

Die Bauwirtschaft kritisiert den überzogenen Klimaaktivismus der Bundesregierung, durch den der Wohnungsbau ins Stocken geraten ist. Denn durch die hohen Klimaschutzauflagen steigen die Kosten für den Neubau von Wohnungen und führen zum Umsatzrückgang. Die grüne Klimaschutzpolitik dürfe den Wohnungsbauzielen nicht im Wege stehen – schon gar nicht, wenn geltende Standards mehr als ausreichend seien.

Die Baukonjunktur in Deutschland wird aktuell durch zu hohe Klimaschutzauflagen geradezu ausgebremst. Mittlerweile ist die Baubranche aber nicht länger bereit, tatenlos zuzusehen. „Der Klima-Aktivismus der Bundesregierung macht den Neubau von Wohnungen zu teuer”, kritisiert Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB). “Die Latte fürs Energiesparen liegt beim Neubau viel zu hoch. Grünes Wunschdenken würgt den Bau neuer Wohnungen ab.” Das sei für die Ampel-Regierung politisch heikel und würde die Not nach bezahlbarem Wohnraum verstärken. Daher fordert Metzger, den überzogenen Standard zu senken. Die Bundesregierung müsse wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Beim Neubau reiche der Effizienzhaus-Standard 70 und bei Sanierungen der Effizienzhaus-Standard 115 vollkommen aus. Das Energieeffizienzhaus 40 sei die Utopie einer “grünen Wolke zum Wohnen”. Metzger warnt vor einem Fiasko durch die aktuelle Klimaschutzpolitik der Bundesregierung beim Wohnen und appelliert an die Koalitionspartner, die Klimaschutzauflagen noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Klimaschutzauflagen sind völlig überzogene Standards

Denn diese überzogenen Standards bei den Klimaschutzauflagen funktionieren nicht, weil die Menschen dafür einfach nicht das Geld hätten. Das macht sich schon bemerkbar: So meldet der BDB erste Umsatzrückgänge bei den Baumaterialien. Eine brancheninterne Umfrage hat zudem ergeben, dass die Fachhändler bereits einen Umsatzrückgang von 16 Prozent gegenüber des Vorjahreszeitraums hätten. Die Talfahrt hat somit begonnen. Für das laufende Jahr erwartet der Fachhandel einen Umsatzrückgang von mindestens einem Viertel gegenüber des Vorjahres. Trotz eines deutlichen Bauüberhangs und dem damit verbundenen Umsatz trägt der Wohnungsbau maßgeblich zum Umsatzminus bei. Kritisch dürfte auch das kommende Jahr ausfallen, denn viele Bauvorhaben werden dann storniert oder auf Eis gelegt.

Wohnungsbau muss angekurbelt werden

Grund dafür sind die hohen Auflagen und Vorschriften, die hohen Baukosten sowie die hohen Zinsen. Durch seine Klimaschutzauflagen hat sich der Staat zum Preistreiber entwickelt. Kommunale, kirchliche und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen ziehen sich aus dem Neubausektor zurück. Dabei sind gerade sie so wichtig, um den Bau von bezahlbaren Wohnungen zu ermöglichen. Deshalb müsse die Bundesregierung den sozialen Wohnungsbau in den Fokus rücken. Denn aufgrund der extremen Wohnungsnot müssten gerade jetzt neue Wohnungen gebaut werden.

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Einen größeren Unsinn habe ich selten gelesen – die Kostenanteile für energieeffiziente Maßnahmen liegen bei Wohnungsneubauten zwischen 1 und 3 % – sie amortisieren sich durch eingesparte Betriebskosten binnen weniger Jahre. Hinzu kommen entlastende Fördergelder. Ich habe diese Pressemeldung im Bauletter-Editorial kommentiert. Erscheint am kommenden Montag bei www.baulinks.de. So eine schlecht recherchierte Positionierung setens des BDH schadet den Klimaschutzzielen immens, verunsichert Bauwillige und diskreditiert sämtliche Bemühungen seitens der Politik und der Bauindustrie, bis 2045 das Bauen klimaneutral zu machen. Frau Metzger redet einfach nur Unsinn und verbreitet wissentlich oder unwissentlich Unwahrheiten – zahlreiche Studien widerlegen ihre Behauptungen.

https://www.hamburg.de/nachhaltiges-bauen/6943798/baukostenanalyse/

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