Auszubildende im Baugewerbe – Attraktivität steigert Zulauf

Auszubildende im Baugewerbe - Attraktivität steigert Zulauf
Foto: Roland Riethmüller

Im Gegensatz zu anderen Branchen steigt die Zahl der Auszubildenden am Bau bereits im fünften Jahr in Folge. Das bestätigt die anhaltend hohe Branchenattraktivität für junge Menschen, wie ein aktueller Bericht jetzt erneut verdeutlicht. Trotzdem besteht immer noch Fachkräftemangel, denn viele offene Stellen sind immer noch nicht besetzt und die Anzahl an Personal ist begrenzt.

Die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-Bau) meldet für den Bau erfreuliche Zahlen. Denn die Zahl der Lehrlinge steigt weiterhin und dies sogar zum fünften Mal in Folge. So gibt es seit dem Jahr 2013 einen Zuwachs an Auszubildenden von 17 Prozent. „Mit dem nachhaltigen Plus an Ausbildungsleistung zeigt unsere Branche, dass sie imstande ist, jungen Menschen Zukunftschancen zu öffnen und sie für Tätigkeiten am Bau zu begeistern“, fasst Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB), die Ergebnisse zusammen. Gleichzeitig warnt Müller, dass das allerdings immer noch nicht ausreiche, denn der Nachwuchs alleine könne die Renteneintritte nicht auffangen. Es werden neue Denkanstöße gebraucht.

Digitalisierung erhöht die Attraktivität und schafft neues Potenzial

Der Einstellungsmarathon ist zwar beispiellos, dennoch müssten weitere Potenziale erschlossen werden. Seit dem Tiefpunkt im Jahr 2008 ist die Zahl der Beschäftigten um 200.000 Personen gestiegen und erreicht jetzt einen Wert von 911.000 Beschäftigten. Die Produktivität muss allerdings ebenfalls anwachsen. Ist dies nicht mit Personal möglich, müsse über Alternativen nachgedacht werden. Robotik und Automatisierung könne eine Lösung sein. Außerdem wäre es sinnvoll, die Planung und Bauumsetzung nicht mehr voneinander zu trennen. Der Bericht von SOKA-Bau zeigt den aktuellen Bedarf an Auszubildenden und Fachkräften. Gestiegen ist die Nachfrage nach dualen Studienplätzen und der Bedarf im akademischen Bereich. Trotzdem können die Bemühungen im Projekt „Berufsstart Bau“ positiv gesehen werden.

Trotz guter Zahlen immer noch zu wenige Auszubildende im Baugewerbe

Hart getroffen wird die Branche vor allem von dem demografischen Wandel. Der Renteneintritt der Beschäftigten am Bau ist früher als in anderen Branchen. Das sorgt für einen Mangel an Fachkräften, der durch eine Neubesetzung von Lehrlingen allein nicht gedeckt werden kann. Im Moment gibt es rund 40.000 Lehrlinge im Baugewerbe. Gegenüber dem Vorjahr sind das 1,5 Prozent mehr. „Seit 2017 hält damit der erfreuliche Aufwärtstrend bei den Lehrlingszahlen im Bauhauptgewerbe an“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Felix Pakleppa. Im ersten Lehrjahr sei die Zahl der neuen Auszubildenden um 1,3 Prozent gestiegen ist. Das bestätigt die Attraktivität des Baugewerbes. Dennoch macht der Branche der Fachkräftemangel schwer zu schaffen. Zudem sind noch viele Lehrstellen unbesetzt. Um den Einstieg in das spätere Berufsleben zu erleichtern, bieten viele Unternehmen Ferienjobs an. So soll der Einstieg in die Branche erleichtert und neue Auszubildende gewonnen werden.

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