Der Bau-Turbo ist gestartet. Doch reicht das, um die Baukrise zu lösen? Während die Bundesregierung auf schnellere Genehmigungen setzt, mahnt die Baubranche: Ohne Innovation auf den Baustellen bleibt der Effekt aus. Experten fordern digitale Prozesse, serielle Fertigung und mutige Investitionen. Es bedarf eines Umdenkens entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Bauens. Denn erst, wenn Technik und Pragmatismus zusammenspielen, kann der Bau-Turbo seine Wirkung entfalten und die Bauwende in Deutschland wirklich beginnen.
Mit dem Inkrafttreten des sogenannten Bau-Turbos hat die Bundesregierung die Grundlage für schnellere Genehmigungsverfahren und mehr Wohnungsbau geschaffen. Doch Experten warnen: Bürokratieabbau allein reicht nicht aus, um den stagnierenden Wohnungsmarkt in Bewegung zu bringen. Entscheidend sei, dass Kommunen, Investoren und Bürger die neuen Spielräume auch tatsächlich nutzen und dass Innovationen endlich flächendeckend auf den Baustellen ankommen. Denn der Erfolg des neuen Gesetzes wird nicht allein in Berlin entschieden. „In den vergangenen Monaten richtete sich der Blick vor allem auf Gemeinden und Bauämter als mögliche Hemmnisse„, erklärt Dirk Wohltorf, Präsident vom Immobilienverband Deutschland (IVD). „Das greift zu kurz. Ohne Investitionsbereitschaft, kommunalen Pragmatismus und gesellschaftliche Zustimmung wird kein zusätzlicher Wohnraum entstehen.“ Gemeinden müssten Verfahren zügig organisieren, Investoren Projekte anstoßen und auch die Bevölkerung müsse bereit sein, bauliche Verdichtung in der eigenen Nachbarschaft zu akzeptieren. Nur so könne der Bau-Turbo seine Wirkung entfalten.
Innovation als Schlüssel zur Bauwende
Während der Bund den regulatorischen Rahmen geschaffen hat, sehen Branchenvertreter die eigentliche Herausforderung auf der Baustelle selbst. Beim Wohnkongress der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin betont Robert Kroth, Geschäftsführer des Netzwerks Neues Bauen – 80 Sekunden: „Förderungen und Verwaltungserleichterungen sind wichtig, aber sie allein schaffen keine Bauwende. Im Gegenteil: Sie drohen zu verpuffen, wenn wir weiter bauen wie vor fünfzig Jahren. Wir brauchen nicht nur den Bau-Turbo, wir brauchen auch einen Innovations-Turbo auf den Baustellen.“ Denn digitale Planungstools, serielle Bauweisen und klimafreundliche Materialien könnten laut Kroth die Produktivität der Branche massiv erhöhen. Unternehmen wie Madaster und Syte zeigen, wie datenbasierte Ansätze den gesamten Prozess von der Idee bis zum Bauantrag beschleunigen. Madaster nutzt digitale Materialpässe, um Gebäude als Rohstoffspeicher zu dokumentieren, während Syte mithilfe künstlicher Intelligenz Bebauungsdaten, Energiepotenziale und Genehmigungsmöglichkeiten in Echtzeit verknüpft. Nach Berechnungen des Unternehmens ließen sich dadurch bis zu 2,7 Millionen Wohnungen aktivieren und 50 Millionen Tonnen CO2 einsparen.
Für den Bau-Turbo bedarf es Fortschritt durch Technik, Mut und Zusammenarbeit
Auch auf der Baustelle selbst setzen neue Verfahren Maßstäbe. Das Bauunternehmen Goldbeck kombiniert modulare Systeme und digitale Prozesssteuerung, um Baukosten bei etwa 2.000 Euro pro Quadratmeter zu halten. Gleichzeitig entwickelt der Zementhersteller Heidelberg Materials CO2-arme Bindemittel, die den Baustoff Beton in eine klimafreundliche Zukunft führen sollen. Doch technologische Lösungen allein genügen nicht. „Wenn wir Innovation wirklich auf die Baustelle bringen wollen, brauchen wir nicht nur die Kreativität und die Technik – sondern vor allem den Mut, alte Muster zu durchbrechen, gemeinsam zu lernen und unser Wissen zu teilen“, fordert Birgit Guhse von Arcadis Deutschland. Der neue Bau-Turbo markiert daher erst den Anfang eines tiefgreifenden Wandels. Bürokratieabbau, Investitionsbereitschaft und technologische Erneuerung müssen zusammenspielen, damit Deutschland seine Wohnungsbauziele erreicht. Oder wie Kroth es zusammenfasst: „Innovation darf kein Zukunftsversprechen mehr sein, sie muss Gegenwart werden – auf jeder Baustelle, in jeder Kommune.“


















Die Frage: Wer zerstört die Wohnimmobilienwirtschaft kann nicht allein an die Politik gerichtet sein.
Eine Wohnung ist ein Produkt wie jedes andere hergestellte Erzeugnis aber mit der wichtigen Eigenschaft, ein Produkt für die Daseinsvorsorge zu sein.
Es kann keine zukunftsfähige Lösung sein, wenn beim Wohnungsneubau mit Subventionen, auch geförderter Wohnungsbau genannt, die sogenannte Sozialbindung nach 15 Jahren wegfällt und diese Wohnungen dann zu „Marktmieten“ angeboten werden können.
Vermutlich müssen dann sehr viele Mieter aus finanziellen Gründen ihre Wohnung, sowie ihre damit verbundenen und seit langem bestehenden sozialen Beziehungen, aufgeben.
Es kann auch keine zukunftsfähige Lösung, wenn der Steuerzahler wegen der geringen operativen Leistungsfähigkeit und Produktivität (McKinsey)
https://www.mckinsey.de/news/presse/infrastruktur-und-wohnen-deutsche-ausbauziele-in-gefahr
dem geringer Wertschöpfungsgrad von ca.30% (Roland Berger)
file:///C:/Users/Win10%20Pro%20×64/Documents/B.M/Eigene%20Bilder/dokumente/roland_berger_digitalisierung_bauwirtschaft_final.pdf
und der exorbitanten Fehlerquote (BauInfoConsult),
https://bauinfoconsult.de/presse-fehlerkosten-am-bau-in-2021-mit-rund-165-milliarden-immer-noch-zu-hoch/
der Bauwirtschaft einen Ausgleich durch Subventionen tragen muss.
Es ist keine Frage der Förderprogramme, sondern die Frage ist:
Was nützt das Geld, wenn man dafür nur überteuerte Leistungen bekommt.
Subventionen aus Steuergeldern
Subventionen sind die Belohnung für das Versagen
(Dr. Markus Krall)
Es kann keine zukunftsfähige Lösung sein, wenn beim Wohnungsneubau mit Subventionen, auch geförderter Wohnungsbau genannt, die sogenannte Sozialbindung nach 15 Jahren wegfällt und diese Wohnungen dann zu „Marktmieten“ angeboten werden können.
Vermutlich müssen dann sehr viele Mieter aus finanziellen Gründen ihre Wohnung, sowie ihre damit verbundenen und seit langem bestehenden sozialen Beziehungen, aufgeben.
Die „Immobilisten für das Wohnen“ sollten nicht weiterhin sektenartig auf die Erleuchtung aus der Bauwirtschaft, sowie aus der Politik warten, bis jemand ein weißes Kaninchen aus dem Hut zaubert, sondern vorausschauend und strategisch denkend Investments eigenständig in disruptive Innovationen der Bau- und Immobilienwirtschaft tätigen.