Baubranche begrüßt Energieeffizienzstrategie Gebäude

News | Roland Riethmüller | 27.11.2015
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Mit der Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung bereits eine Richtung vorgegeben. Nun hat Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, die gebäudeindivuellen Sanierungsfahrpläne vorgestellt und in dem Zusammenhang die Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG) durchgesetzt. Damit soll ein Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand im Jahr 2050 aufgezeigt werden.

Der Gebäudebereich ist für rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland und rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Folglich sind Energieeinsparung in Gebäuden und erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung maßgebliche Einflussfaktoren für eine erfolgreiche Energiewende. Wie die energie- und klimapolitischen Ziele bis zum Jahr 2050 erreicht werden können, wird nun mit Hilfe der neuen Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG) untersucht. Das Bundeskabinett hatte vergangenen Woche die Strategie als Bestandteil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) verabschiedet. Ganz konkret besteht das Ziel darin, mit Hilfe unterschiedlicher Szenarien einen Weg zu einem nahezu klimaneutralen Gebäudebestand im Jahr 2050 darzustellen. “Die vom Bundeskabinett soeben verabschiedete Energieeffizenzstrategie Gebäude setzt ein starkes Signal für die Erschließung der hohen Energieeinspar- und CO2-Minderungspotenziale im Gebäudebereich”, freut sich Manfred Greis, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Heizungsindustrie (BDH). Auch Andreas Kuhlmann, Chef der Deutschen Energie-Agentur (dena) freut sich über das klare Bekenntnis zur Wärmewende, fordert aber gleichzeitig eine Weiterentwicklung. “Wichtig wäre eine Abschätzung der Wirkung, die die einzelnen Maßnahmen entfalten sollen”, so Kuhlmann weiter. “Nur dann kann man auch evaluieren, welche Maßnahmen wirklich zielführend sind und welche nachgebessert werden müssen.”

Mit gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplänen zur energetischen Sanierung

Zentrales Element der Energieeffizienzstrategie Gebäude sollen die sogenannten gebäudeindividuellen Sanierungsfahrpläne sein. Diese auf Freiwilligkeit, Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz basierenden Maßnahmen werden auch vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begrüßt. So soll Hauseigentümern dargestellt werden, wie sie ihre Gebäude adäquat energetische sanieren können. “Von grundlegender Bedeutung für den Erfolg dieser Fahrpläne ist, dass die qualifizierten Gebäudeenergieberater des Handwerks diese erstellen dürfen”, fordert ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Durch den bestehenden Kontakt zu den Kunden ermöglichen sie als Mulitplikatoren quasi einen ganzheitlichen Sanierungsansatz. Das bestätigt auch die Bundesvereinigung Bauwirtschaft, kritisert aber gleichzeitig das in der ESG vorgestellte Informations- und Beratungssystem. “Es darf nicht dazu führen, dass Gebäudeeigentümer, die schon bereits sind ihre Immobilie energetisch zu ertüchtigen, dadurch in der Umsetzung dringend notwendiger Sanierungen gehemmt werden, wenn sie erst ein System von Information und Beratung durchlaufen müssen”, bemängelt Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der BV Bauwirtschaft. Schwannecke und Schneider befürworten zusätzlich die Vereinfachung und Zusammenlegung der Energieeinsparverordnung (EnEV) mit dem Erneuerbare Energien Wärme Gesetz (EEWärmeG), um durch Information und weitere Fördermittel die energetische Sanierung zu fördern. “Erst damit werden die anspruchsvollen Regelungen in der Praxis leichter umsetzbar und die Ziele zur Energieeinsparung von 80 Prozent bis zum Jahr 2050 erreicht”, resümmiert der ZDH-Generalsekretär.

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