Baubranche sieht Vorteile in BIM, nutzt Methode aber nicht

Baubranche sieht Vorteile in BIM, nutzt Methode aber nicht
Foto: Roland Riethmüller

Immer mehr am Bau Beteiligten kennen die Planungs- und Baumethode Building Information Modeling (BIM). Laut einer aktuellen Umfrage wird dabei primär die Effizienzsteigerung als deutlicher Vorteil wahrgenommen. Doch die Befragten berichten auch von einer Verbesserung der Zusammenarbeit und einem Anstieg der Produktivität durch den Einsatz von BIM. Trotzdem lässt die flächendeckende Verbreitung noch auf sich warten.

Die Planungs- und Baumethode Building Information Modeling (BIM) ist langsam aber sicher im Bewusstsein der Bauwirtschaft angekommen. So wird selbst im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung BIM als verlässliche Technologie erwähnt, um das Bauen zu beschleunigen. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Dieser Frage ist das Marktforschungsinstitut BauInfoConsult nachgegangen und hat 150 mittelgroße und große Architektur- und Ingenieurbüros sowie größere Bau- und Installationsbetriebe nach ihrer Meinung befragt.

Deutliche Vorteile sprechen für BIM

Demnach zählen Effizienzgewinne zu den wichtigsten Vorteilen durch BIM. 34 Prozent der Befragten gaben an, dass sich durch BIM die Zusammenarbeit zwischen den am Bau Beteiligten deutlich verbessert hätte. Eine effiziente Bauausführung beurteilen 32 Prozent und 31 Prozent eine effizientere Kalkulation. Weitere 28 Prozent sprechen von effizienteren Arbeitsvorbereitungen. Etwas abgeschlagen mit 14 Prozent wird aber auch die bessere Zusammenarbeit im eigenen Betrieb angegeben oder mit neun Prozent die Erhöhung der Produktivität der Mitarbeiter. Eine hohe Kundenzufriedenheit mit dem Endergebnis sehen immerhin noch drei Prozent der Befragten.

BIM-Anwender äußern noch mehr Vorteile

Bei den Fachkräften, die schon mit BIM arbeiten, sieht das Ergebnis leicht anders aus. Sogar die Hälfte der Befragten berichten dabei von Effizienzsteigerungen. Doch auch die Zusammenarbeit mit Externen wird als sehr viel effizienter beschrieben. Eine Produktivitätssteigerung realisieren rund 20 Prozent der Fachkräfte, die BIM einsetzen.

Großflächiger Einsatz lässt noch auf sich warten

Doch obwohl die Vorteile sowohl von Anwendern als auch Interessenten wahrgenommen werden, nutzen nur 20 Prozent der Planungs- und Verarbeitungsbetriebe die BIM-Methode. Dabei liegt der sowohl der Anteil als auch der erwirtschaftete Umsatz von BIM-Projekten lediglich im einstelligen Prozentbereich.

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Effizienzsteigerung durch BIM

Effizienzsteigerung durch BIM halte ich für sehr fraglich. Nicht zuletzt gibt es „da draußen“  auf der Baustelle für den „produktiven schwitzenden Bauarbeiter“ kaum Vorteile, im Gegenteil. Das BIM beim Sturm, Regen, Schnee und Dreck behindert den produktiven Handwerker in der Arbeit. Mit BIM wächst nur der „unproduktive Wasserkopf“ im Büro. Hie beschäftigen sich die praxisfremden „Schreitischtäter“ gegenseitig, erzeugen riesige Datenvolumina , sind nur mit Datenabgleichen beschäftigt, lösen keine Probleme für die Baustelle, benötigen Koordinatoren und Oberkoordinatoren, Besprechen sich zum Tode, benötigen eine IT-Abteilung im Hintergrund, Kämpfen mit Datenverlusten und nicht funktionierenden Datenschnittstellen usw, usw. Wer hier von einer Effizienzsteigerung reden, der hat keine Praxiserfahrung. der Kunde wird am Ende diese Verschwendung nicht bezahlen wollen.

Effizienzsteigerung durch BIM

Fraglos bietet die BIM-Methode für einige Anwendungen deutliche Vorteile gegnüber einer herkömmlichen Planung. Für komplexe Hochbauten mit einem hohen Anteil an Technischer Ausrüstung beispielsweise. Aber sie ist eben auch teuer und aufwendig.
Wenn BIM  auf breiter Front so große Vorteile bieten würde wie vielfach propagiert, hätte es  sich meines Erachtens schon viel stärker durchgesetzt. Lange genug gibt es das Verfahren bereits.
 

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