Bauen 4.0 löst die fünf Herausforderungen der Baubranche

News | Frank Kessler | 28.07.2020
Bauen 4.0 löst die fünf Herausforderungen der Baubranche
Foto: Roland Riethmüller

Die digitale Transformation im Bauwesen, auch als Bauen 4.0 bekannt, eignet sich dafür, fünf große Herausforderungen der Baubranche erfolgreich zu bewältigen: Sicherheit, Ausrüstungsüberwachung, Produktivität, Nachhaltigkeit sowie den Mangel an Kompetenzen und Arbeitskräften. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung, die der Bauwirtschaft ein steigendes Bewusstsein für das Potenzial digitaler Technologien bescheinigt. Verzögert werden die Prozesse lediglich durch unklare politische Regelungen.

Unternehmen der Baubranche können mit Technologien für das Bauen 4.0 unter anderem die Sicherheit auf Baustellen verbessern. Das Unternehmen Softeq Development sieht Möglichkeiten durch Drohnen und CCTV-Kameras, die Millionen von Bildern auf Baustellen erfassen. Eine Analyse solcher Daten durch Künstliche Intelligenz (KI) kann Risiken wie mögliche Abstürze identifizieren. Darüber hinaus können Sensoren Arbeiter warnen, die sich gefährlichen Baustellenbereichen nähern. Sogenannte “Wearables” sind zudem in der Lage, beispielsweise Stress- oder Müdigkeitsanzeichen von Bedienern schwerer Maschinen zu überwachen und entsprechend Alarm auszulösen.

Bauen 4.0 optimiert Wartung und steigert Produktivität

Digitale Lösungen zur "Predictive Maintenance" können mithilfe von Sensoren Parameter wie Kraftstoffverbrauch, Feuchtigkeit und Bremsentemperatur überwachen und Leistungsprobleme frühzeitig erkennen. Systeme zur vorbeugenden Wartung reduzieren Reparaturkosten im Bausektor um fünf bis zehn Prozent, den Aufwand für Wartungsplanung sogar um 20 bis 50 Prozent. Darüber hinaus können digitale Technologien zu einer verbesserten Maschinenauslastung beitragen und kleine sowie bisweilen auf Baustellen gesuchte Geräte schneller auffindbar machen.

Technologien für das Bauen 4.0 optimieren darüber hinaus die Produktivität in der Baubranche, schreibt Softeq. Laut einer Studie von Deloitte stieg die Produktivität der Branche zwischen den Jahren 1995 und 2018 nur um fünf Prozent. Steigern lässt sich der Wert in der Bauwirtschaft durch Building Information Modeling (BIM), Risiko-Management-Software sowie Technologien, mit denen sich der Zeitpunkt der Betonaushärtung exakter bestimmen lässt. Mit ihnen kann man Bauaktivitäten zuverlässiger planen und den Personaleinsatz optimieren.

Bauen 4.0 macht die Branche nachhaltiger

Als Möglichkeiten, das Bauen und Bauwerke mit Hilfe digitaler Lösungen nachhaltiger zu machen, nennt Softeq eine automatische Abschaltung nicht genutzter Systeme für den Betrieb eines Gebäudes mit einem optimalen Energieniveau. Möglich wird das durch IoT-Lösungen, die in das Bauwerk eingebettet sind. Ebenfalls möglich ist mit digitalen Lösungen eine koordinierte Lieferung vorgefertigter Bau-Komponenten, deren Lieferkette durch RFID-Sensoren überwacht wird. Vorgefertigte Teile sind kostengünstiger und verursachen weniger Bauschutt.

Bauen 4.0 kann nicht zuletzt den Mangel an Kompetenzen und Arbeitskräften auf Baustellen kompensieren. Das ist durch den Einsatz autonomer Fahrzeuge möglich sowie durch eine steigende Attraktivität der Bauberufe durch verstärkten Einsatz digitaler Lösungen.

Starkes Wachstum beim IoT-Anteil im globalen Baumarkt

Im Jahr 2019 erreichte der IoT-Anteil im globalen Baumarkt eine Summe von 7,8 Milliarden US-Dollar. Bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 16,5 Prozent soll er bis zum Jahr 2024 auf 16,8 Milliarden Dollar ansteigen. Bauen 4.0 in Deutschland zu etablieren, bleibt für die Baubranche aber eine Herkulesaufgabe. Hindernisse sind beispielsweise unklare politische Regelungen und eine verzögerte Implementierung von Technologien.

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