Bauen mit Holz in Gefahr – neue Studie warnt vor Rückschlägen

Bauen mit Holz in Gefahr - neue Studie warnt vor Rückschlägen
Foto: Roland Riethmüller

Deutschland drohen massive Auswirkungen auf den Holzbau durch steigende Nutzungsbeschränkungen in den Wäldern. Das ergab eine aktuelle Studie und erwartet erhebliche Konsequenzen, wenn sich der Verzicht auf die Holznutzung wegen des Klimaschutzes durchsetzen würde. Der Verbrauch an Holz in der Europäischen Union sei zwar davon nicht berücksichtigt, da mehr Rohholz importiert und weniger Holzprodukte ausgeführt werden. Trotzdem werden Rückschläge für den Klimaschutz und die Wirtschaft befürchtet.

Deutschlands klima- und ressourcenpolitischen Zielen drohen schwere Rückschläge. Davor warnt der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) nach Veröffentlichung der Studie des Thünen-Instituts. Die Studie verdeutlicht, dass die Holzwirtschaft und Holzindustrie in der Europäischen Union mit möglichen Leakage-Effekten durch weitere Nutzungsbeschränkungen in den Wäldern konfrontiert werde. „Die von den Wissenschaftlern entworfenen Szenarien sind leider keine abstrakten Denkgebäude, sondern spielen sich ab vor dem Hintergrund konkreter politischer Pläne in Brüssel und Berlin“, erklärt HDH-Präsident Johannes Schwörer.

Es werden starke Produktionsrückgänge von Holz erwartet

Das Team des Thünen-Instituts hat zwei Szenarien entwickelt, von welchen Konsequenzen bei einem stärkeren Verzicht auf Holz auszugehen sei. Laut den Berechnungen erwartet uns bereits im Jahr 2030 ein Intensivszenario mit einem Rückgang der Rundholzproduktion in der gesamten EU um 48 Prozent. Ein zweites Szenario zeigt, dass bei moderaten Verschärfungen bis zum Jahr 2030 mit einer Verringerung von neun Prozent und bis zur Jahrhundertmitte von elf Prozent zu rechnen sei. Der dramatische Rückgang der Holzproduktion geht einher mit starken Produktionsrückgängen der europäischen Holzindustrie. In gleicher Weise würde die Produktion von Zellstoff und Schnittholz schrumpfen. Die industrielle Produktion von Holzwerkstoffen würde dann auf etwas mehr als 70 Prozent absinken.

Klimaschutz und Holznutzung – Vor neuen Abhängigkeiten wird gewarnt

Bei der Berechnung gehen die Autoren der Umfrage davon aus, dass sich am Verbrauch an Schnittholz nichts ändern werde. Der Verbrauch kann in der EU deshalb konstant bleiben, weil mehr Rohholz importiert wird, als Holzprodukte ausgeführt werden. Die gesamte Studie macht deutlich, wie sich die Szenarien nicht nur auf die Holzproduktion, sondern auch auf die gesamte deutsche Volkswirtschaft auswirken würde. Noch mehr als bisher würde man sich in Deutschland von Importen abhängiger machen. “Hingegen müssen wir auf größere Unabhängigkeit in unserer Rohstoffversorgung und unseren Wertschöpfungsketten hinwirken“, mahnt HDH-Präsident Schwörer. Das Resultat der Studie zeigt, dass die Nutzungsbeschränkungen der Wälder große Teile der Holzindustrie gefährde und damit auch die Arbeitsplätze der 200.000 Beschäftigten. Gleichzeitig werde dadurch dem Klimaschutz einen Bärendienst erwiesen. Denn erst durch die Holznutzung für hochwertige Produkte aus nachhaltiger Bewirtschaftung lasse sich der Klimaschutz der deutschen Wälder in der gesamten Europäischen Union voll nutzen.

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