Bauen verbraucht 90 Prozent der Rohstoffe

News , 28.01.2015 , Roland Riethmüller Bild zu: Bauen verbraucht 90 Prozent der Rohstoffe
Foto: Roland Riethmüller

In Deutschland werden vor allem in der Bauwirtschaft große Mengen an mineralischen Rohstoffen zur Errichtung und Sanierung von Gebäuden eingesetzt. Da diese Rohstoffe jedoch nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen, fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) das ressourcenschondende und energieeffiziente Bauen und setzt sich für die Erschließung weiterer Ressourcenpotentiale wie der Verwertung und Wiederverwendung von Baustoffen ein.

Anlässlich der BAU in München sensibilisierte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) für einen schonenderen und ressourcenbewussteren Einsatz der Rohstoffe im Bereich Bauen und Wohnen. Immerhin gehört die Bauwirtschaft zu den Wirtschaftsbereichen in Deutschland mit dem höchsten Bedarf an Rohstoffen. So werden jährlich 560 Millionen Tonnen, also rund 90 Prozent aller in Deutschland verwendeter mineralischer Rohstoffe für die Produktion von Baustoffen verwendet. Insgesamt wurden damit in Deutschland rund 50 Milliarden Tonnen mineralischer Rohstoffe wie Kalk, Gipsstein, Kies, Sand oder Ton für die Errichtung, den Ausbau und die Modernisierung vom Gebäudebestand verwendet. Und zum Abfallaufkommen trägt die Bauwirtschaft mit über 54 Prozent maßgeblich bei. Zwar wird bereits heute ein hoher Anteil der Bau- und Abrissabfälle wiederverwertet, doch häufig ausschließlich im sogenannten Downcycling. Dabei wird der beim Gebäudeabriss gewonnene Schutt lediglich als minderwertiges Füllmaterial im Straßen- und Erdbau, sowie für Baugruben verwendet.

Durch die nicht unbegrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen ruft DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann zum ressourcenschonenden und energieeffizienten Bauen auf: „Ein sparsamer Umgang mit wertvollen Rohstoffen und noch unbebauten Flächen ist dringend notwendig. Sie sind knapp geworden und stehen uns in Zukunft vielleicht gar nicht mehr zur Verfügung.“

Insgesamt 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs entfällt auf Gebäude, so dass dem ressourcenschonenden Bauen eine besonders große Bedeutung zukommt. Dabei liegt das größte Potential zur Einsparung von Ressourcen vor allem in der energetischen Sanierung von Bestandsbauten. „Neubauten belasten die Umwelt stärker als vergleichbare Erneuerungen im Bestand. Deshalb muss eine nachhaltige Baupolitik zukünftig noch viel stärker darauf abzielen, vorhandene Gebäude möglichst langfristig zu nutzen“; fordert Bottermann.

Doch auch bei Neubauten empfiehlt sich schon bei der Planung und der Konstruktion, sowie den eingesetzten Baumaterialien und der Technik auf Energie- und Ressoucenschonung zu achten. Neben entsprechend niedrigerem Primärenergieverbrauch sollten innovative Neubau- und Sanierungsprojekte Ressourcen effizienter einsetzen und energie- und materialsparendere Techniken einsetzen. Dazu gehört vor allem die Verwendung von geräuscharmen und energiesparenden Lüftungsanlagen, sowie der Gebrauch wassersparender Technologie und der Einsatz von natürlichem Dämmmaterial. Empfehlenswert sei darüber hinaus auch die Wiederverwendung von gebrauchten Bauteilen, das Verbauen von Recycling-Baustoffen oder der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen. Dabei sollte bereits bei der Planung eines Neubaus über dessen Abbruch nachgedacht werden. „Die entscheidenden Weichen für ein späteres Wiederverwenden der Bauteile werden bereits bei der Konzeption eines Gebäudes gestellt, indem auf die Recyclingfähigkeit und Wiederverwendbarkeit von Bauteilen und Materialen geachtet wird“, so DBU-Generalsekretär Bottermann.