Baugenehmigungen im Wohnungsbau steigen wieder

News | Roland Riethmüller | 23.11.2010
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tdx/Mein Ziegelhaus

Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet einen spürbaren Anstieg der Baugenehmigungen im Wohnungsbau von 7,0 Prozent gegenüber Vorjahreswert. Das ist sehr erfreulich. Experten bezweifeln jedoch, dass dieses Wachstum nachhaltig die Probleme der Wohnraumversorgung von energieeffizientem und altersgerechten Wohnraum lösen wird und fordern die Politik zu weiterem Förderungen auf.

Waren die Baugenehmigungen im Wohnungsbau im ersten Halbjahr 2009 noch rückläufig, so stiegen sie im zweiten Halbjahr derart positiv an, dass nach der Saure-Gurken-Zeit insgesamt für 2009 wieder ein erster Anstieg um 1,9 Prozent gegenüber 2008 zu verzeichnen war. Dieser positive Trend setze sich auch 2010 fort und bescherte uns ein erfreuliches Wachstum von 7,0 Prozent in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahreszeitraum in 2009. Dies meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) und zählte bereits 137.900 Wohnungsbaugenehmigungen in den ersten neun Monaten des Jahres. Die Zahl setzt sich primär aus 120.500 Neubauwohnungen in Wohngebäuden (7,7 Prozent Steigerung gegenüber Vorjahr) zusammen. Die Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern stiegen um 9,5 Prozent, die für Wohnungen in Einfamilienhäusern um 6,3 Prozent und Zweifamilienhäusern um 8,2 Prozent.

Der umbaute Raum der genehmigten neuen Nichtwohngebäude stieg um 1,4 Prozent auf 142,2 Millionen Kubikmeter, was vor allem auf die Zunahme der Genehmigungen für öffentliche Bauherren um 10,4 Prozent auf 17,3 Millionen Kubikmeter zurückzuführen ist. Die Steigerung des Bauvolumens der nicht-öffentlichen Bauherren erfolgte mit 0,3 Prozent auf 124,9 Millionen Kubikmetern eher verhalten.

Trotz des erfreulichen Anstiegs sieht die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau damit die Versorgung der benötigten Menge an bezahlbarem energieeffizientem und altersgerechtem Wohnraum nicht gesichert. Mietsteigerungen und Mangel an günstigem Wohnraum sind die Folgen der Wohnungsknappheit, unter den vor allem ältere Bürger und Erstmieter wie junge Familien, Studenten und Auszubildende zu leiden hätten. Der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau Dr. Ronald Rast warnt vor falscher Interpretation des Wachstums. „Der Anstieg der Baugenehmigungen geschieht nach wie vor auf zu niedrigem Niveau“. Seiner Meinung nach müsse die Politik hier deutliche Zeichen setzen und altersgerechtes und energieeffizientes Wohnen deutlicher fördern. Mit steuerlichen Anreizen müssen Investitionen in preiswerte Mietwohnungen rentabel gemacht werden. Auch Michael Hölker, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel, appelliert an die Bundesregierung, über einfache Maßnahmen wie zum Beispiel verbesserten Abschreibungssätze die Voraussetzung zum Bau von mehr Wohnraum zu schaffen.

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