Baugenehmigungen weiter rückläufig – Baubranche senkt Prognose

Baugenehmigungen weiter rückläufig - Baubranche senkt Prognose
Foto: Roland Riethmüller

Erneut sind im November 2022 die Baugenehmigungen für den Neubau und für den Umbau von Wohnungen deutlich gesunken. Für das laufende Jahr wird folglich ein weiter anhaltender Rückgang erwartet. Dabei wird immer deutlicher, dass sich bezahlbare Wohnungen nicht ohne Neubauförderungen realisieren lassen. Außerdem muss auch die Produktivität am Bau erhöht werden. Das betrifft insbesondere das klimagerechte, innovative und digitale Bauen. Sowohl beim Neubau als auch bei den Sanierungen könnte aber die serielle Bauweise für mehr Produktivität sorgen.

Die Baugenehmigungen im Wohnungsbau sind laut den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baugenehmigungszahlen im November 2022 um 16,3 Prozent gefallen. In den ersten elf Monaten waren es erst 5,7 Prozent. „Angesichts dieser dramatischen Entwicklung gehen wir für das Gesamtjahr 2022 nur noch von 275.000 fertiggestellten Wohnungen aus, 18.000 weniger als 2021 und damit deutlich unter den von der Bundesregierung avisierten 400.000”, prognostiziert Tim-Oliver Müller, der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB). “Für das laufende Jahr erwarten wir einen Rückgang von 25.000 fertiggestellten Wohnungen auf dann nur noch 250.000.“

Wohnungsneubau braucht Fördermittel und mehr Produktivität

Positiv zu werten sei lediglich die Erhöhung der linearen Abschreibung beim Wohnungsneubau von zwei auf drei Prozent jährlich, sowie die Sonder-AfA für Wohngebäude. Denn ohne Förderprogramme lasse sich kein Neubau finanzieren, betont Müller weiter. Die Kosten für Baufinanzierungen, Energie und Material seien einfach zu hoch. So fordert Müller die Fortführung des Förderungsniveaus aus dem Jahr 2021. Damals ging es um zehn Milliarden Euro, besser wäre heute jedoch eine Steigerung auf 15 Milliarden Euro. Ohne diese Förderung breche der Wohnungsbau total ein. Müller unterstützt auch die Forderung von Bundesbauministerin Geywitz, die Produktivität am Bau zu erhöhen. Das wäre sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen vornehmlich durch die serielle Bauweise möglich.

Rückläufige Baugenehmigungen belasten die Baubranche

Angesicht der rückläufigen Baugenehmigungen fordert auch Felix Pakleppa, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Baugewerbes (ZDB), die Politik zum Handeln auf. „Die anhaltend negative Entwicklung bei den Baugenehmigungen ist ein Menetekel für den Wohnungsbau in Deutschland. Im November 2022 wurde der Bau von 24.300 Wohnungen genehmigt.“ Die neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass 4.700 Baugenehmigungen weniger als im Vormonat ausgestellt wurden. Von Januar bis November 2022 wurden somit nur 321.800 Wohnungen genehmigt. Gegenüber dem Vorjahr sind das sechs Prozent weniger und das Tempo der Rückgänge nimmt zu. Wegen der steigenden Preise, hohen Bauzinsen und der neuen Förderpolitik stoppen viele Bauherren ihre Projekte.

Verlässliche Politik gefordert

Die Wohnungsbauförderung brauche eine verlässliche Politik mit Augenmaß. Für die privaten Bauherren sei laut Pakleppa eine neue Regelung für das Baukindergeld notwendig. Für mehr Planbarkeit würde auch eine Absenkung der Grunderwerbssteuer sorgen. Das gilt auch für eine Ausweitung der Sonderabschreibungen für den sozialen Neubau von Wohnungen auf zehn Prozent. Zumindest würde dadurch der Wohnungsbau angekurbelt werden.

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