Schnellere Genehmigungen, mehr Wohnungsbau und neue Aufträge: Die geplante Reform des Baugesetzbuchs soll Bauprojekte in Deutschland deutlich beschleunigen. Für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und Projektentwickler stehen damit bessere Auslastung und zusätzliche Chancen im Wohnungsbau auf dem Spiel. Doch die Wohnungswirtschaft warnt vor neuen Auflagen, längeren Verfahren und steigenden Kosten. Warum die BauGB-Novelle jetzt für die gesamte Branche entscheidend ist.
Die geplante Novelle des Baugesetzbuchs (BauGB) soll den Wohnungsbau in Deutschland beschleunigen und Genehmigungen vereinfachen. Doch aus Sicht der Wohnungswirtschaft reicht der aktuelle Entwurf bisher nicht aus. Der Spitzenverband GdW erkennt zwar wichtige Fortschritte bei Digitalisierung, Flächennutzung und seriellem Bauen, warnt aber zugleich vor neuen Hürden. Gerade für Bauunternehmen, Projektentwickler und Handwerksbetriebe könnte das Folgen haben. Denn wenn Verfahren weiter stocken, bleiben Aufträge aus und dringend benötigte Wohnungen werden nicht realisiert. Hintergrund ist die weiterhin angespannte Lage auf vielen Wohnungsmärkten. In zahlreichen Städten fehlt es an bezahlbarem Wohnraum, während gleichzeitig Baukosten, Zinsen und bürokratische Anforderungen hoch bleiben. GdW-Präsident Axel Gedaschko macht deutlich, wie groß der Handlungsdruck ist: „Die Lage ist ernst: In vielen Städten fehlt es massiv an bezahlbarem Wohnraum. Umso wichtiger wäre eine Reform, die Planen und Bauen tatsächlich spürbar beschleunigt. Der vorliegende Entwurf bleibt hier aber noch zu zögerlich“.
Positive Signale für Bauunternehmen und Handwerk
Positiv bewertet der Verband, dass der Wohnungsbau künftig stärker in planerischen Abwägungen berücksichtigt werden soll. Auch die Digitalisierung von Verfahren, effizientere Flächennutzung sowie Impulse für serielles und modulares Bauen werden ausdrücklich begrüßt. Gerade für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe könnten standardisierte Bauweisen neue Chancen schaffen: schnellere Abläufe, planbarere Prozesse und geringere Kosten. Dabei gilt primär serielles Bauen in der Branche als Hebel, um dem Wohnungsmangel wirksam zu begegnen. Wenn Kommunen schneller Baurecht schaffen und Verfahren digital laufen, könnten Projekte deutlich früher starten.
Kritik am fehlenden Vorrang für konkrete Bauprojekte
Entscheidend ist aus Sicht des GdW jedoch, dass der geplante Vorrang für Wohnungsbau bislang nur auf Ebene der Bauleitplanung greift. Einzelne Projekte könnten weiterhin an naturschutzrechtlichen Prüfungen scheitern oder sich erheblich verzögern. „Wenn der Abwägungsvorrang nicht auch beim einzelnen Bauvorhaben wirkt, bleibt er in der Praxis weitgehend wirkungslos“, so Gedaschko. „Dann droht weiterhin, dass dringend benötigter Wohnraum an Einzelfallprüfungen scheitert.“ Für die Bauwirtschaft wäre das ein Problem: Selbst baureife Projekte könnten trotz hoher Nachfrage nicht umgesetzt werden. Das trifft nicht nur Investoren, sondern auch ausführende Gewerke vom Rohbau bis zum Ausbauhandwerk.
Warnung vor neuen Belastungen durch Naturschutzrecht
Zusätzliche Kritik richtet sich auf geplante Änderungen im Naturschutzrecht. Neue Ausgleichsmaßnahmen, weitere Planungsebenen und ausgeweitete Schutzkulissen könnten Verfahren verlängern und Baukosten erhöhen. „Wenn neue Hürden aufgebaut werden, während gleichzeitig Beschleunigung versprochen wird, konterkariert sich die Reform selbst“, betont Gedaschko.
Forderung nach einer Fast Lane für den Wohnungsbau
Der Verband fordert deshalb eine verbindliche „Fast Lane fürs Wohnen“ mit deutlich verkürzten Verfahren, weniger Dokumentationspflichten und rechtssicheren Regeln. Sollte nachgebessert werden, könnte die Novelle für Bauunternehmen und Handwerk zu einem echten Konjunkturimpuls werden. Bleibt es beim jetzigen Stand, droht dagegen eine vertane Chance für den Wohnungsbau in Deutschland.


















Erst wenn im seriellen Bauen und insbesondere bei der Erschließung von Baugebieten die Herstellkosten sinken wird es auch mehr bezahlbaren Wohnraum geben. Mit Werkzeugen in der Planung mit BIM und Lean sind die Bauunternehmen heute schon gut aufgestellt und leistungsfähig schnell zu Bauen. Die Hindernisse kommen aus einer zu langen Bauleitplanung und der damit verbundenen Prüfungen z.B. Umweltverträglichkeit, Ausgleichsflächen, Stellplatzschlüssel, Medienanbindungen etc. Alle Auflagen aus der Bauleitplanung und Städtebaulichen Verträge müssen auf den Kaufpreis pro qm umgelegt werden!