Baugewerbe - 8 von 10 Betrieben setzen auf digitale Prozesse

News | Frank Kessler | 20.04.2020

Laut einer aktuellen Studie werden bei 80 Prozent aller Handwerksbetriebe im Baugewerbe zur Kommunikation mit Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitern inzwischen digitale Prozesse eingesetzt. 86 Prozent nutzen Digitallösungen auch für interne Unternehmensprozesse. Einen Schritt weitergehen möchten sogar über 20 Prozent der befragten Betriebe durch Investitionen in digitale Prozesse, um beispielsweise komplett auf Papier zu verzichten. Damit liegt die Baubranche im Durchschnitt aller Handwerksbetriebe.

Wer aktuell Investitionen in digitale Prozesse plant, ist tendenziell jünger und stammt aus einem städtischen Umfeld, berichtet die Datev in ihrer aktuellen Studie mit dem Titel "Digitale Prozesse im Handwerk". Zusammen mit dem  "handwerk magazin" wurden dazu zwischen Mitte Oktober und Mitte November 2019 rund 1.000 Telefoninterviews durchgeführt. Demnach sind es eher größere Betriebe, die in digitale Prozesse investieren. Kleinere arbeiten dagegen oft noch mit Papierbelegen. "Planen Sie, in den kommenden zwölf Monaten in digitale Technik oder Lösungen zu investieren?" Auf diese Frage antworteten 22 Prozent aller befragten Handwerksbetriebe mindestens mit "eher ja". Bei den befragten Unternehmen aus dem Bauhauptgewerbe lag der Anteil bei nur 19 Prozent. Im Ausbaugewerbe waren es dagegen mit 25 Prozent mehr als der Durchschnitt.

Baubranche archiviert relativ oft digital und auf Papier

62 Prozent der Befragten aus der Baubranche archivieren kaufmännische Belege wie Rechnungen und Quittungen laut der Studie sowohl auf Papier als auch digital. Bei den Ausbaubetrieben sind es 60 Prozent. Das ist mehr als der Durchschnitt aller Branchen (56 Prozent). Fünf Prozent der Bauunternehmen nutzen nur noch digitale Prozesse zur Archivierung. Das entspricht exakt dem Durchschnitt aller Branchen. Bei den Betrieben der Ausbaubranche sind es sechs Prozent.

Das sogenannte "ersetzende Scannen" wird in der Baubranche (22 Prozent) und der Ausbaubranche (23 Prozent) etwas seltener genutzt als im Durchschnitt aller Branchen (24 Prozent). Mit 49 Prozent kennen knapp die Hälfte den Begriff “ersetzendes Scannen” gar nicht. In der Baubranche sind es 50 und im Ausbau 51 Prozent. Gemeint ist eine Archivierung, bei der man Papierbelege scannt und anschließend entsorgt.

Das Handwerk ist im Umbruch

In Bezug auf digitale Prozesse sieht Stefan Wunram, Chefberater Strategische Entwicklung der Datev, das gesamte Handwerk aktuell in einer Übergangsphase. Die Entwicklung führe "weg von einzelnen digitalen Lösungen und meist mit Papier verbundenen Medienbrüchen" und zu "durchgängig digital ablaufenden kaufmännischen Prozessen".

Die Entwicklung könnte auch geprägt sein von Künstlicher Intelligenz (KI). Insgesamt hatten bisher zwar nur 15 Prozent der Befragten mit KI im beruflichen Umfeld zu tun. Allerdings erwarten 78 Prozent derjenigen mit Erfahrung Veränderungen der Geschäftsmodelle durch KI. 58 Prozent gehen dabei sogar von grundlegenden Veränderungen aus.

Zahlen liefert die Studie auch für die Zusammenarbeit mit Onlineportalen. Demnach kooperieren 21 Prozent der Bau-, aber nur 15 Prozent der Ausbauunternehmen mit einem oder mehreren Online-Portalen wie Amazon, MyHammer und Google (Durchschnitt aller Branchen: 20 Prozent).

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