Baugewerbe begrüßt Rückkehr zur Meisterpflicht

News | Frank Kessler | 16.09.2019 Baugewerbe begrüßt Rückkehr zur Meisterpflicht
Foto: Roland Riethmüller

Die Abschaffung der Meisterpflicht für eine große Anzahl an Handwerksberufen im Jahr 2004 sollte eigentlich die Situation im Handwerk verbessern. Leider führte die Lockerung im Großen und Ganzen zu einem Qualitätsverlust sowie einem deutlichen Rückgang der Ausbildungszahlen. Daher wurde die Ankündigung der Regierungsparteien sehr begrüßt, bei zwölf Handwerksberufen zur Meisterpflicht zurückzukehren. Das Handwerk und Baugewerbe sehen das als positives Signal für mehr Qualität und Qualifikation.

Gerade im Baubereich komme es auf die Verlässlichkeit der ausführenden Unternehmen im Hinblick auf Sicherheit und Verbraucherschutz an. Das war bei den zulassungsfreien Gewerken in großen Teil nicht immer der Fall, erklärt Felix Pakleppa, der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), und begrüßt die Entscheidung der großen Koalition zur Rückkehr zum Meisterbrief. Aus seiner Sicht stehen nur Meisterbetriebe für Qualität in der Ausführung, erlernt durch eine gute Ausbildung.

Meisterpflicht sichert Qualität und Qualifikation

Auch Hans Peter Wollseifer, der Präsident vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), bezeichnet den Meisterbrief als einen Garanten, "um das Ausbildungs- und Qualifizierungssystem und damit auch Fachkräfte im Handwerk für die Zukunft zu gewährleisten". Wollseifer nennt die bisherige Abkehr von der Meisterpflicht eine Fehlentwicklung und die Rückvermeisterung einen Weg, "um wieder mehr Ausbildung, mehr Qualifikation, mehr Qualität, mehr Gewährleistungs- und Verbraucherschutz zu ermöglichen".

Große Zustimmung aus dem Handwerk und Baugewerbe

Verschiedene Stadt- und Landesverbände aus dem Handwerk haben sich ebenfalls sehr positiv über die Rückkehr zur Meisterpflicht geäußert. Aus Sicht von Thomas Keindorf, dem Präsidenten der Handwerkskammer Halle, werden mit der Entscheidung der Politik Fehlentwicklungen "wie zum Beispiel weniger Auszubildende, weniger Fachkräfte, weniger Qualität sowie schneller vom Markt verschwindende Betriebe" behoben.

Ähnlich äußerte sich auch die Handwerkskammer Magdeburg. Sie forderte zudem ein zügiges Gesetzgebungsverfahren, um die Rückkehr zum verpflichtenden Meisterbrief möglichst schnell umzusetzen. "Wir erwarten nun eine schnelle Umsetzung des Gesetzentwurfes, so dass die Wiedereinführung der Meisterpflicht zum 1. Januar 2020 in Kraft treten kann", schrieb auch Giso Töpfer, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbe-Verbands Sachsen-Anhalt.

Noch immer 41 zulassungsfreie Gewerke

Hintergrund der Stellungnahmen ist der Beschluss der großen Koalition, die Meisterpflicht für neu gegründete Betriebe aus Handwerken wie Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Raumausstatter und Estrichleger wieder einzuführen. Bestehende Handwerksbetriebe ohne Meister sollen jedoch Bestandsschutz haben. Für eine Reihe von Gewerken ist der Meisterbrief auch bei Betriebsneugründungen weiterhin keine Voraussetzung. Denn die Politik hatte die Meisterpflicht im Rahmen der Handwerksnovelle von 2004 für insgesamt 53 Gewerke abgeschafft.

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