Baugewerbe gegen Vorwürfe hoher Wohnungspreise

News , 16.10.2017 , Frank Kessler Bild zu: Baugewerbe gegen Vorwürfe hoher Wohnungspreise
Foto: Roland Riethmüller

Kürzlich wurden Vorwürfe laut, dass die Bauunternehmen für den Anstieg der Preise im Wohnungsbau verantwortlich seien. Das Baugewerbe weist diese Kritik vehement zurück. So sind die Baukosten zwar in den letzten Jahren gestiegen, doch auch die Finanzkrise hatte einen wesentlichen Einfluss darauf. Denn die hohe Nachfrage nach Immobilien darf hierbei nicht automatisch mit den Preisen in Verbindung gebracht werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbes (ZDB), Felix Pakleppa, weist die im Spiegel geäußerten Vorwürfe mit Entrüstung zurück. Nur die Wohnungen, die von Bauträgern/Bauherren beauftragt werden, werden auch von der Bauwirtschaft gebaut. Auch zeigt das Statistische Bundesamt mit seinen Daten, dass die Entwicklung der Baukosten in den Preisen weitergegeben wird.

Kritische Zahlen

Von 2015 auf 2016 stieg der Kostenindex für Baukosten um zwei Prozent. Dieser Wert beläuft sich auf neue Wohngebäude. Im gleichen Zeitraum stiegen die Verkaufspreise für Bauleistungen um 2,2 Prozent. Laut aktueller Meldung des Statistischen Bundesamtes beträgt nun die Steigerung der Preise erstmals seit dem Jahr 2008 rund drei Prozent in nur einem Monat. Damit wehrt sich Pakleppa gegen die Aussage, der Bauwirtschaft gehe es einfach zu gut. Er bestätigt eine hohe Nachfrage und den damit verbundenen hohen Auftragsbestand, doch eine Aussage über die Preise sei alleine auf dieser Grundlage nicht möglich.

Kampagne für den Wohnungsbau

Die Finanzkrise ist ein wichtiger Grund für die hohe Nachfrage, die vor allem im Bereich der hochpreisigen Immobilien liegt. Die Bauwirtschaft hingegen verfolgt das Ziel, mehr preiswerte Wohnungen zu schaffen. Allerdings sind hierfür stabile politische Rahmenbedingungen notwendig. Die Baukosten sind nämlich zu einem großen Anteil politisch indiziert. Für die Bauwirtschaft zählen zu den Rahmenbedingungen die Bereitstellung verfügbarer Baugrundstücke und das bei niedrigen Baulandpreisen. Außerdem sollte die Grunderwerbssteuer gesenkt und die AfA im Mietwohnungsbau erhöht werden. Wichtig ist es außerdem, dass Bund und Länder den Sozialen Wohnungsbau weiter vorantreiben und mehr Wohnungen hierfür zur Verfügung zu stellen.

Digitalisierung ist auf dem Vormarsch

Die Baubranche liegt mit der Produktivitätsentwicklung auf einem guten Weg. Die Unternehmen setzen die Digitalisierung bereits auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Umfang ein. Hierzu zählen der 3D Druck, RFID, mobile Datenerfassung bis hin zu BIM. Allerdings kann erst die Zukunft zeigen, wie hoch am Ende das Potenzial ausfällt.Weitere Informationen:Die im Spiegel geäußerten Vorwürfe