Baugewerbe lehnt steigende Lohnzusatzkosten ab

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Foto: Roland Riethmüller

Durch den Anstieg der Krankenkassenbeiträge wird das Verhältnis zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitrag in Ungleichgewicht geraten. Dies führt zu ersten Forderungen, auch die Arbeitgeber an der Finanzierung der Krankenkassen stärker zu beteiligen. Das Baugewerbe und Handwerk lehnt diese Forderung ab und erwartet statt dessen aufgrund der demografischen Entwicklung eine nachhaltigere Lösung.

Viele Krankenkassen erhöhen in diesem Jahr ihre Beiträge. Dadurch werden selbst im Bundesrat die Forderungen zur Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung der Krankenkassenbeiträge durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer laut. Bisher war der Arbeitgeberbeitrag auf 7,3 Prozent eingefroren, während der Arbeitnehmerbeitrag durch Beitragssenkung und -erhöhung variieren konnte.

Anhebung Arbeitgeberbeitrag schadet Baubranche

Die Bundesregierung will an der bisherigen Regelung festhalten. Auch das Baugewerbe und Handwerk lehnen eine Anhebung des Arbeitgeberbeitrags ab. Sie schade vor allem den arbeitsintensiven Berufen, also der Bauwirtschaft. “Die steigenden Krankenkassenbeiträge sind das Resultat von kostenträchtigen politischen Entscheidungen beispielsweise im Bereich der Krankenhausversorgung”, erklärt Dr. Jürgen Rogahn, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Halle. “Die Leistungen der Krankenversicherung kommen hauptsächlich den Versicherten zugute, die durch ihr Verhalten auch ihre Gesundheit entscheidend beeinflussen. Es ist deshalb durchaus sinnvoll, Leistungen, die überwiegend den Versicherten zugutekommen, auch durch diese tragen zu lassen.”

Krankenversicherungsleistungen müssen effektiv erbraucht werden

Statt Kosten einfach umzulegen, fordert Rogahn vor allem durch die demografisch bedingte Alterung der Gesellschaft zum Umdenken auf. Krankenversicherungsleistungen müssen so effektiv wie möglich erbracht werden. “Ansonsten sinkt durch die steigende Belastung der Arbeit mit Sozialversicherungskosten der Anreiz zur Schaffung von Arbeitsplätzen, und der Ausweg in illegale Beschäftigung oder in prekäre Selbständigkeit wird attraktiver.”

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