Baugewerbe profitiert: duale Ausbildung fördert Innovationen

News | Frank Kessler | 28.04.2021
Baugewerbe profitiert: duale Ausbildung fördert Innovationen
Foto: Roland Riethmüller

Die duale Ausbildung neuer Fachkräfte ist für viele deutsche Unternehmen heute Standard und dient der Fachkräftesicherung. Darüber hinaus scheint die Teilnahme an diesem Ausbildungssystem aber auch die Innovationskraft der Betriebe zu stärken. Dies bestätigt eine aktuelle Studie im Baugewerbe. Demnach profitiert vor allem die Innovationskraft ausbildender kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).

Eine aktuelle Studie vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh Göttingen) hat die Auswirkung der Berufsausbildung auf die Innovationskraft der Betriebe untersucht. Die Studie trägt den Titel "Fördert die duale Ausbildung die Innovationstätigkeit? Evidenz auf Basis deutscher Unternehmensdaten" und wurden von Katarzyna Haverkamp, Jörg Thomä, Eike Matthies und Kilian Bizer durchgeführt. Das Ergebnis stärkt das deutsche Ausbildungssystem, denn die These kann für die unterschiedlichsten Größenklassen bestätigt werden. Für das Hervorbringen von Prozessinnovationen habe sich ein signifikant positiver Einfluss von Ausbildungstätigkeit gezeigt. Das gilt laut ifh Göttingen vor allem für KMU. Dort habe man deutlich fördernde Effekte der Funktion als Ausbildungsbetrieb auf Produkt-, Prozess- und inkrementelle Innovationen festgestellt.

Betriebe entwickeln durch duale Ausbildung eine innovationsförderliche Lernumgebung

Die betriebliche Ausbildungsaktivität begünstige die Herausbildung einer innovationsförderlichen Lernumgebung in den ausbildenden Unternehmen, berichtet das ifh Göttingen. Darüber hinaus profitieren die Betriebe durch die duale Ausbildung vom Kontakt zu den Berufsbildungseinrichtungen, über die ein Wissenstransfer entstehe. Die Einrichtungen vermitteln den Auszubildenden den neuesten Stand der Technik in der jeweiligen Branche sowie die aktuellen Prozesse. Durch die duale Ausbildung tragen Auszubildende dieses Wissen dann in die Unternehmen hinein, in die es ohne sie weniger schnell gelangt wäre. Die Studienautoren und die Autorin bezeichnen die Innovationsimpulse der berufsbildenden Einrichtungen als vorteilhaft, vor allem für Low-Tech-Unternehmen, denen interne Ressourcen für Forschung und Entwicklung fehlen.

Unterschiedlicher Effekt auf Produktinnovation und Prozessinnovation

Das ifh Göttingen weist auf eine wachsende Zahl von Studien hin, die "einen positiven Einfluss von Ausbildungsaktivitäten auf die betriebliche Innovationsfähigkeit" annehmen. Allerdings fehle bislang die empirische Evidenz für diesen Effekt, fährt das Institut fort. Die aktuelle ifh-Studie geht ein Stück in diese Richtung, aber auch sie hat ihre Grenzen. Einerseits hat die Berufsbildung laut Studie zwar Einfluss auf die Prozessinnovation, aber nicht immer auf Produkt- und radikale Innovationen. Mit radikalen Innovationen sind Neuerungen gemeint, die alte Techniken oder Produkte komplett aus dem Markt drängen. Andererseits betonen die Forschenden, dass weitere empirische Untersuchungen erforderlich sind, um gesicherter festzustellen, ob und für welche Arten von Unternehmen die Teilnahme an der Berufsbildung zu überlegenen Innovationsergebnissen führt.

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