Baugewerbe warnt: Baumaterialpreise erhöhen Insolvenzrisko

News | Frank Kessler | 04.05.2021
Baugewerbe warnt: Baumaterialpreise erhöhen Insolvenzrisko
Foto: Roland Riethmüller

Die Baumaterialpreise sind seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Schuld daran ist die Corona-Pandemie, die sich auf den Rohstoffmarkt auswirkt. Zurzeit gibt es von den Baustofflieferanten nur kurze Bindefristen. Teilweise werden sogar nur Tagespreise angeboten. Die Verzögerungen bei der Lieferung von Baumaterialien bekommt auch der Verbraucher zu spüren, denn es kommt aufgrund der Lieferengpässe auch zu Bauverzögerungen.

Seit Beginn des Jahres kämpft die Baubranche mit gestiegenen Preisen bei Baumaterialien. Kupfer, Bitumen, Stahl und Dämmstoffe sind besonders von den Preissteigerungen betroffen. Innerhalb von einem Jahr sind die Preise für Stahl und Roheisen per März um 17,5 Prozent gestiegen. Für Kupfer liegen die Preise ein Fünftel über dem Vorjahr. Die Preissteigerung bei den Dämmstoffen beträgt fünf Prozent. Daraus ergibt sich die Gefahr, dass die mühsam angesparte Eigenkapitalausstattung in den Bauunternehmen durch die sinkenden Margen abschmilzt. Das Insolvenzrisiko im Baugewerbe steigt somit wieder.

Steigende Baumaterialpreise durch die Corona-Pandemie

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Rohstoffmärkte werden immer deutlicher. Das liegt zum einen daran, dass die Produktionskapazitäten heruntergefahren wurden. Zum anderen führt die wieder anziehende Konjunktur in den USA und China zu einer erhöhten Nachfrage nach Rohstoffen. Hohe Preissteigerungen beim Treibstoff und gestiegene Frachtkosten kommen außerdem noch hinzu. "Gerade bei lang laufenden Bauprojekten führt diese Entwicklung zu großen Problemen in den Bauunternehmen, wenn noch zu wesentlich niedrigeren Preisen kalkuliert wurde und diese Kosten nicht weitergegeben werden können", erklärt Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost. Zurzeit haben die Baustofflieferanten sehr kurze Bindungsfristen. Teilweise werden auch nur Tagespreise angeboten.

Das Risiko darf nicht auf das Baugewerbe abgewälzt werden

Damit wird jede Kalkulation zu einem Risiko für die Unternehmen. Momberg warnt, dass das Risiko nur einseitig bei den Auftraggebern liegen würde Bei Bauprojekten mit längeren Laufzeiten werden die Auftraggeber dazu aufgefordert, Stoffpreisgleitklauseln zu vereinbaren. So soll ein gerechter Ausgleich bei Kostensteigerungen zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern geschaffen werden. Die gestiegenen Baumaterialpreise und die Lage auf den Rohstoffmärkten werden aber auch die Verbraucher zu spüren bekommen. Im Laufe des Jahres wird sich das bei den Preisen für Baumaterial widerspiegeln, prognostiziert Momberg. Lieferengpässe werden aber auch zu Bauverzögerungen führen. War der Preisanstieg im Jahr 2020 mit 1,3 Prozent noch moderat, muss in diesem Jahr mit einem Anstieg der Baupreise von mindestens zwei Prozent gerechnet werden.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Benjamin Schröder am 05.05.2021 )

"muss in diesem Jahr mit einem Anstieg der Baumaterialpreise von mindestens zwei Prozent gerechnet werden."

Dem muss ich leider vehement widersprechen, wir sprechen von einem Anstieg im 2-stelligen Prozentbereich. Es gibt derzeit praktisch kein Baumaterial das nicht von 10-40% Preissteigerungen betroffen ist, sei es Stahl, Holz, Verbindungsmittel, Farben und und und....

  (Geschrieben von Erwin am 05.05.2021 )

Ich wollte im Haus die Dusche erneuern lassen. 5500,-- Euro einschließlich vier Reihen Fliesen in Duschtassenhöhe, Duschtasse und Duschabtrennung - Preis in einer Stadt mit 20.000 Einwohnern! Das Material verglich ich mit denen im Netz und stellte fest: 70% bis 120% Aufschlag (und dann wird auch noch argumentiert: Wir kaufen nur im Großhandel..., obwohl die meisten bei Hornbach und Co. einkaufen). Und der Stundenlohn? 90,-- Euro. Nach diesem "Erlebnis" ist das Insolvenzrisiko Hausgemacht.

  (Geschrieben von Red. Meistertipp am 05.05.2021 )

Stimmt! Es sind nicht die Baumaterialpreise, die um mindestens zwei Prozent steigen werden, sondern es sind natürlich die Baupreise. Sorry, ist geändert!

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