Bauhandwerk unterstützt Energiewende im Wärmemarkt

News | Roland Riethmüller | 11.12.2015
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Foto: ZVSHK

Während in Paris heute die Verhandlungen auf der 21. UN-Klimakonferenz zu Ende gehen, hat die Bundesregierung bereits wichtige Maßnahmen zur Einhaltung der Klimaschutzzusagen eingeleitet. Das Heizungsbauerhandwerk wird eine tragende Rolle spielen. Verbraucher sollen stärker sensibilisiert und durch Fördermittel zu Heizungsmodernisierungen sowie den Austausch ineffizienter Heizungspumpen animiert werden. Dabei sollen Energielabel, Heizungs-Check und Pumpentausch zur Steigerung der Sanierungsrate dienen.

Eigentlich wäre es so einfach: den größten Klimaschutz erreicht man durch eine Kilowattstunde, die gar nicht erst anfällt. Genau darüber wird bis heute auf der Klimakonferenz in Paris diskutiert. Denn nur wenn die Klimaschutzzusagen aller Länder eingehalten werden, wird die Energiewende langfristig eingeleitet werden können.

Energiewende im Wärmemarkt vor allem durch Heizungsmodernisierung und Austausch ineffizienter Heizungspumpen

Auch die deutsche Bundesregierung verstärkt daher ihre Bemühungen, die eigenen Energiesparziele zu erreichen. So stehen die Heizungsmodernisierung und der Austausch ineffizienter Heizungspumpen im Vordergrund und gelten als größter Hebel. Um die Investitionsbereitschaft der Verbraucher zu erhöhen, sind zum Jahresbeginn 2016 millionenschwere Maßnahmen beschlossen worden. Diese staatlichen Fördermaßnahmen sollen die Effizienz steigern und den CO2-Ausstoß von Gebäuden minimieren. Mittelfristig möchte man damit die Energiewende im Wärmemarkt voranbringen. “Die von Berlin zur Verfügung gestellten Gelder werden dabei helfen, Anlagenbetreiber für das Thema Effizienzsteigerung im Heizungskeller zu sensibilisieren”, meint auch der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) Elmar Esser. Denn immerhin 70 Prozent der rund 20 Millionen Heizungsanlagen im Gebäudebestand entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und arbeiten folglich ineffizient. Dass alleine eine Million Heizkessel fast dreißig Jahre alt sind, sollte eigentlich für die Betreiber Grund genug für einen Austausch sein. Doch immer noch verkennen viele Verbraucher das Energieeffizienzpotential und scheuen die Heizungsmodernisierung der noch intakten Heizungsanlage.

Energielabel, Heizungs-Check und Pumpentausch als Maßnahmen zu mehr Energieeffizienz

Das Heizungsbauerhandwerk ist daher aufgrund ihres direkten Kontakts zu den Verbrauchern der wirksamste Hebel der Bundesregierung im Kampf gegen Energiefresser im Gebäudebestand. Bereits zum Jahresbeginn starten die vom Bauhandwerk in die Haushalte getragenen Maßnahmen mit einer Verbrauchskennzeichnung für alte Heizkessel. Mit einem neuen Energielabel können so Heizungsfachbetriebe freiwillig auf einen Sanierungsbedarf aufmerksam machen. Ab 2017 werden dann gemäß eines Fristenplanes Jahr für Jahr auch Heizkessel jüngeren Einbaudatums berücksichtigt. Zusätzlich werden auch der Heizungs-Check und Pumpentausch als Instrumente dienen, die Sanierungsrate im Heizungskeller von derzeit drei Prozent pro Jahr deutlich zu steigern.

Nach Schätzungen könnten leicht 14,8 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden

Gelingt es, die rund 22 Millionen veralteten Heizungspumpen durch Hocheffizienzpumpen zu ersetzen, so könnten laut ZVSHK-Schätzungen jährlich 7,6 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Zusätzlich könnte eine Verdoppelung der Sanierungrate alter Heizkessel noch einmal die Entstehung von 7,2 Millionen Tonnen CO2 verhindern. Hier schlummert ein großes Einsparpotential, das die Bundesregierung mit Hilfe des Bauhandwerks nutzen möchte.

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