Bauhauptgewerbe einigt sich auf neuen Mindestlohn

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Foto: Roland Riethmüller

Nachdem die Verhandlungen über den Mindestlohn im Bauhauptgewerbe mehrfach gescheitert waren, konnten sich die Tarifvertragsparteien vorgestern endlich auf einen neuen Mindestlohn am Bau einigen. Demnach steigen Mindestlohn 1 und Mindestlohn 2 jeweils in zwei Schritten um vier und 1,7 Prozent. Der Kompromiss dient auch zur Sicherung des fairen Wettbewerbs und soll daher regelmäßig überprüft werden.

Bis Mitternacht dauerte es, ehe endlich eine Entscheidung in der Tarifverhandlung im Bauhauptgewerbe fiel. Insgesamt 14 Stunden verhandelten damit der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) als Arbeitgebervertreter mit der Arbeitnehmervertretung Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). „Die Verhandlungen standen mehrfach vor dem Scheitern. Das hätte einen Mindestlohn von 8,84 Euro bedeutet. Mit diesem Ergebnis haben wir einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des fairen Wettbewerbs und fairer Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten am Bau erzielt“, erklärt der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers.

Mindestlohn 1 steigt um vier Prozent, Mindestlohn 2 um 1,7 Prozent

So steigt der Mindestlohn 1 im Bauhauptgewerbe ab 1. Januar 2018 in zwei Stufen erst von 11,30 Euro auf 11,75 Euro und dann ab 1. März 2019 auf 12,20 Euro. Das entspricht einem Anstieg von vier Prozent. Der Mindestlohn 1 gilt für alle Helfertätigkeiten am Bau für das gesamte Bundesgebiet.

Auch der Mindestlohn 2 wird in zwei Stufen angehoben. Er gilt für Facharbeiter in den westlichen Bundesländern, wobei zwischen West und Berlin unterschieden wird. In der ersten Stufe steigt der Mindestlohn 2 ab 1. Januar 2018 von 14,70 Euro auf 14,95 Euro im Westen und von 14,55 Euro auf 14,80 Euro in Berlin. Ab März 2019 werden diese dann auf 15,20 Euro in den westlichen Bundesländern und 15,05 Euro in Berlin erhöht. Das entspricht in beiden Regionen einer Steigerung von jährlich rund 1,7 Prozent.

Kompromiss zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit

Der Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Andreas Schmieg, sagte dazu in einem Interview: „Der nach schwierigen Diskussionen gefundene Kompromiss trägt der guten Baukonjunktur Rechnung und stärkt zugleich die Attraktivität der Baubranche für Nachwuchskräfte und sichert die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Bauunternehmen gegenüber europäischen Mitbewerbern.“ Daher wurde ebenfalls vereinbart, eine Expertenkommission zur Kontrolle des Mindestlohns einzusetzen.

Die Laufzeit der Tarifvereinbarung ist auf zwei Jahre festgeschrieben und läuft bis zum 31.12.2019. Die Erklärungsfrist endet am 3.11.2017. Noch bis Endes des Jahres ist der bisherige Mindestlohn allgemeinverbindlich. Danach muss er durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erneut als allgemeinverbindlich erklärt werden.

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