Bauindustrie fordert Erhalt der Sicherheit beim Brandschutz

News , 26.06.2017 , Jennifer Brandt Bild zu: Bauindustrie fordert Erhalt der Sicherheit beim Brandschutz
Foto: Roland Riethmüller

Der Brandschutz an Gebäuden spielt eine ganz große und wichtige Rolle in Deutschland. Deren Anforderungen sind hierzulande nicht nur streng, sondern auch sehr hoch angesetzt. Denn gerade in der Praxis zeigt sich, dass dies notwendig und richtig ist. Umso mehr macht sich der Bauindustrie dafür stark, dass keine Verweichlichung durch die Anwendung von EU-Normen erfolgt.

Die kürzliche Brandkatastrophe in London hat wieder einmal verdeutlicht, welche Auswirkungen ein nicht ausreichender Brandschutz an Gebäuden hat. So zeigt sich, was passieren kann, wenn man nur allzu lax damit umgeht. Dass diese Erkenntnis leider zahlreiche Menschenleben gekostet hat, ist umso bedauerlicher. Für den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) manifestiert sich damit jedoch auch weiterhin die Forderung nach Einhaltung deutscher Verordnungen innerhalb der Bundesrepublik. HDB-Hauptgeschäftsführer Michael Knipper bringt es auf den Punkt: “Die jüngste Brandkatastrophe hat einmal mehr gezeigt, dass die in Deutschland üblichen hohen Anforderungen an Gebäudesicherheit und Bauproduktsicherheit unbedingt erhalten bleiben müssen.”

Harmonisierte EU-Normen keinesfalls begrüßt

Die Pläne der EU-Kommission, auch in Deutschland harmonisierte Normen durchzusetzen, stoßen auf wenig Zustimmung innerhalb der deutschen Bauindustrie. Denn sie würden damit auch die aktuell gültigen Anforderungen in Deutschland keinesfalls Rechnung tragen.Wichtig zu wissen ist, dass die deutschen Anforderungen hinsichtlich Gebäude- und Bauproduktsicherheit bisher am Vorsorgeprinzip ausgerichtet waren. Denn gerade Vorgaben wie Verbot brennbarer Fassaden ab einer Höhe von 22 Metern, automatische Sprinkleranlagen, Feuerwehraufzüge oder druckluftbelüftete Sicherheitstreppenhäuser würden solche Katastrophen wie in London nahezu unmöglich machen.

Sicherheitslücken nur schwer zu schließen

Bisher war es Deutschland möglich, durch die europäischen Normen verursachte Sicherheitslücken zu schließen. Man setzte sich in solchen Fällen für eine Nachnormung ein und konnte damit erfolgreich an den eigenen Anforderungen festhalten.Seit dem 14. Oktober 2016 ist dies jedoch nicht mehr ohne weiteres möglich. denn seitdem ist es dem deutschen Gesetzgeber durch einen EuGH-Beschluss verboten, Lücken in den Landesbauordnungen und den zugehörigen Bauregellisten zu schließen.

Deutsche Normen müssen erhalten bleiben

Für den HDB ist es absolut notwendig, dass Deutschland wieder mit seinen eigenen Anforderungen arbeiten kann. Denn nur so ist höchstmögliche Gebäude- und Bauproduktsicherheit gewährleistet. Für Knipper steht daher fest, dass man im schlimmsten Fall, den Art. 8 Abs. 4 Bauproduktenverordnung zur Anwendungen bringen müsse. Hierin gilt nämlich, dass das Inverkehrbringen und Verwenden von Bauprodukten eingeschränkt werden kann, wenn als Folge des Mangels in der Norm gravierende Bauwerkschäden bzw. eine direkte Gefährdung der Nutzer und der Umwelt zu befürchten seien.Knipper fordert dabei auch die Unterstützung der Bundesregierung: “Die Bundesregierung ist aufgerufen, dem traditionellen deutschen Vorsorgeprinzip auch im europäischen Binnenmarkt Geltung zu schaffen, damit die Planer und die Bauunternehmer, vor allem aber die privaten Bauherren, Mieter und Verbraucher in unserem Lande nicht das Nachsehen haben. Unsere Forderung: Vorsorge statt Nachsorge!”