Baukonjunktur 2010 erholt sich nur langsam

News | Roland Riethmüller | 26.08.2010
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Im Vergleich zu anderen Branchen, die teilweise zweistelligen Wachstumsraten vorweisen können, kommt die Baukonjunktur im Bauhauptgewerbe mit Betrieben von 20 und mehr Beschäftigten nur sehr langsam in Schwung. Die Aufträge sind im Vergleich zum Vorjahr nur real um 0,3% und nominal um 0,5% gestiegen. Die Umsätze im ersten Halbjahr 2010 liegen durch den strengen Winter jedoch immer noch um 6,8% hinter denen des Vorjahreszeitraums, berichtet das Statistische Bundesamt. Erster Lichtblick ist die Entwicklung der Umsatzzahlen seit Juni 2010, die erstmals seit März 2009 mit einem Plus von 2,7% wieder positiv ausfallen.

Doch auch wenn die Zahlen erstmal nicht so positiv sind, die Stimmung ist dennoch nicht schlecht. Laut einer Konjunkturumfrage der Fachgemeinschaft Bau in Berlin und Brandenburg blicken die Handwerksbetriebe dennoch recht positiv in die Zukunft. Rund die Hälfte aller befragten Unternehmen rechnen mit einem weiteren Umsatzplus bis Ende des Jahres.

Denn auch die Auftraglage hat sich in Teilen verbessert. So profitiert vor allem der Hochbau mit einem Plus von 14,2% im Vergleich zum Tiefbau mit einem Rückgang um 10,7%. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie spricht in seinen aktuellen Zahlentafeln sogar von einem erfreulichen Anstieg der Auftragseingänge im Wohnungsbau von nominal 7,6% im zweiten Quartal 2010. Sorgen bereitet jedoch die öffentliche Baunachfrage mit einem Rückgang der Aufträge um 7,9% im Vergleich zum Vorjahr. Der Hauptverband fordert daher die Kommunen auf, trotz möglicherweise angespannter Finanzlage nicht auf diese dringend notwendigen Investitionen zu verzichten. Denn auch der Wirtschaftsbau verzeichnet zwar mit nominal 7,8% im zweiten Quartal diesen Jahres einen  Zuwachs, hat sich jedoch noch nicht vollständig erholt. Dies bestätigt auch der Rückgang des Wertes der genehmigten Bauvorhaben privater Bauherren im ersten Halbjahr um 19,6%.

Insgesamt konnte im ersten Halbjahr 2010 nur durch die positive Entwicklung der Auftragzahlen im ersten Quartal 2010 ein Auftragszuwachs in Höhe von 4,2% verzeichnen werden. Der Hauptverband geht davon aus, dass gerade die öffentliche Baunachfrage schwächer als durch die Konjunkturpakete zu erwarten war.

Zwar ist im Juni 2010 der Umsatz im Bauhauptgewerbe um 2,7% gegenüber Vorjahreswert auf etwa 7,8 Milliarden Euro gestiegen, doch lag der Quartalsumsatz aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse nominal um 0,2% unter dem Vorjahreswert. Dadurch sank der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2010 um 6,8% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf insgesamt 32,2 Milliarden Euro. Im Detail zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der Entwicklung der Auftragszahlen. Der Wohnungsbau trumpft im zweiten Quartal mit gestiegenen Umsätzen in Höhe von 5,1%, während der Umsatz im Öffentlichen Bau nur um 1,5% leicht anstieg und im Wirtschaftsbau sogar ein Rückgang von 6,1% zu verzeichnen war.

Die Beschäftigungszahlen im Bauhauptgewerbe sind im ersten Halbjahr 2010 um 1% gesunken und liegen Ende Juni 2010 mit Betrieben im Hoch- und Tiefbau bei insgesamt 703.000 Personen. Dies entspricht einem 1,6%-Rückgang um 12.000 Beschäftigte im Vergleich zum Vorjahreswert.

Auch die Fachgemeinschaft Bau in Berlin und Brandenburg hat keine Erwartung an eine schnelle positive Erholung des Arbeitsmarktes. Zwar halten die meisten Befragten konsequent ihre Stammbelegschaft und haben den Auftragsrückgang und die schlechten Wetterverhältnisse durch die erweiterten Bedingungen der Kurzarbeit ausgeglichen, doch planen nur wenige Betriebe Neueinstellungen. Gerade deshalb appelliert auch die Fachgemeinschaft Bau, keine Bauinvestitionen zurück zu halten und die geplante Reduzierung der Städtebauförderung noch einmal zu überdenken, um die schlechten Aussichten nicht noch zu unterstützen.

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