Trotz anhaltender Unsicherheiten in der Gesamtwirtschaft blickt ein großer Teil der Bauwirtschaft wieder optimistischer auf das laufende Jahr. Eine aktuelle Studie zeigt, dass zwei von drei Bauunternehmen und Handwerksbetrieben in diesem Jahr mit stabilen oder sogar steigenden Umsätzen rechnen. Verantwortlich dafür sind eine spürbar bessere Auftragslage, neue Impulse im Wohnungsbau sowie milliardenschwere Investitionen in Infrastruktur und öffentliche Bauprojekte. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass sich die Bauwirtschaft nach schwierigen Jahren langsam auf Erholungskurs befindet.
Die Stimmung in der Bauwirtschaft scheint sich langsam zu drehen. Denn trotz anhaltender Unsicherheiten in der Gesamtwirtschaft blickt ein großer Teil der Bauwirtschaft überraschend optimistisch auf das laufende Jahr. Während in den vergangenen Jahren vor allem hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und eine schwache Neubautätigkeit die Erwartungen belasteten, mehren sich nun die Anzeichen einer vorsichtigen Erholung. Das geht aus einer aktuellen Marktuntersuchung des Düsseldorfer Marktforschungsinstituts BauInfoConsult hervor, das rund 400 Akteure der Bau- und Ausbaubranche befragt hat. Demnach rechnen mittlerweile viele Bauunternehmen und Handwerksbetriebe mit stabilen oder sogar steigenden Umsätzen. Ausschlaggebend sind eine verbesserte Auftragslage, neue Impulse im Wohnungsbau sowie zusätzliche öffentliche Investitionen in Infrastruktur und Bauprojekte.
Zwei Drittel erwarten stabile oder steigende Umsätze
Nach den Ergebnissen der Erhebung rechnen 36 Prozent der befragten Unternehmen für das laufende Jahr 2026 mit steigenden Umsätzen. Weitere 34 Prozent gehen davon aus, das Vorjahresniveau mindestens halten zu können. Damit erwarten insgesamt sieben von zehn Betrieben keine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation. Demgegenüber stehen lediglich 16 Prozent der Befragten, die mit rückläufigen Erlösen kalkulieren. Weitere 14 Prozent wollten sich angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch nicht auf eine konkrete Umsatzprognose festlegen.
Wohnungsbau sendet wieder positive Signale
Besonders bemerkenswert ist nach Einschätzung der Marktforscher, dass sich ausgerechnet Unternehmen mit engem Bezug zum Neubau zunehmend optimistisch äußern. Vor allem Bauunternehmen sowie Maler- und Trockenbaubetriebe rechnen häufiger mit Umsatzsteigerungen als noch in den vergangenen Jahren. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich der Wohnungsbau langsam wieder belebt. Traditionell entstehen die ersten Umsätze eines Bauprojekts im Rohbau. Entsprechend gelten positive Erwartungen in diesem Bereich häufig als Frühindikator für eine anziehende Baukonjunktur. Gleichzeitig profitieren viele Betriebe von zusätzlichen öffentlichen Investitionen, die über das Sondervermögen des Bundes finanziert werden.
Westen und Süden besonders zuversichtlich
Auch regional zeigen sich Unterschiede. Besonders optimistisch bewerten Unternehmen im Westen und Süden Deutschlands ihre Geschäftsaussichten. Diese Regionen zählen seit Jahren zu den stärkeren Neubaumärkten und könnten von einer wieder anziehenden Nachfrage besonders profitieren. Die Ergebnisse der Befragung deuten darauf hin, dass sich die Auftragslage in vielen Betrieben bereits verbessert hat. Ob daraus eine nachhaltige Erholung der Bauwirtschaft entsteht, dürfte jedoch maßgeblich davon abhängen, ob Investitionen in Wohnungsbau, Infrastruktur und öffentliche Bauprojekte dauerhaft umgesetzt werden.
Studie analysiert wichtige Bautrends
Die Umfrage ist Bestandteil der neuen „Jahresanalyse Deutschland 2026/2027“ von BauInfoConsult. Neben aktuellen Konjunkturprognosen behandelt die Marktstudie unter anderem Themen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung, Building Information Modeling (BIM), Künstliche Intelligenz, nachhaltiges Bauen, Wärmewende, Sanierung sowie die Entwicklung des Wohnungs- und Nichtwohnungsbaus. Damit liefert sie einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Trends und Herausforderungen der deutschen Bauwirtschaft.

















