Baukonjunktur eingetrübt - Ende vom Bauboom?

News | Frank Kessler | 29.04.2020
Baukonjunktur eingetrübt - Ende vom Bauboom?
Foto: Roland Riethmüller

Für das zweite Halbjahr erwartet das Baugewerbe einen deutlichen Nachfragerückgang. Trotz der guten Umsatzzahlen in den ersten zwei Monaten des Jahres kann die gute Prognose nicht aufrechterhalten werden. Mit einem Umsatzplus ist kaum noch zu rechnen. Erste Warnsignale für die Baukonjunktur gibt es bereits. So waren erste Auswirkungen der Pandemie im März auf den Baustellen schon zu spüren.

Die Auswirkungen der Corona-Krise werden - wie auch in anderen Branchen - nicht an der Bauwirtschaft vorbeigehen. "Dank eines hohen Auftragsbestandes zu Jahresbeginn konnten die Unternehmen bei milder Witterung ihre Kapazitäten im Januar und Februar bereits gut auslasten”, bestätigt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Felix Pakleppa, die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts zur Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe. “Diese erfreuliche Entwicklung setzt sich allerdings mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie ab Mitte März so nicht fort."

Immer mehr Bauunternehmen in ihrer Bautätigkeit behindert

Pakleppa fordert weiterhin, dass Bund und Länder ihre Investitionsbudgets zügig auf den Markt bringen müssten. Diese Investitionen werden für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur in Deutschland und auch als Anker für die Konjunktur benötigt. Denn die Aussichten für das laufende Jahr trüben sich immer stärker. Die Nachfrage wird geringer und die Auftragsstornierungen nehmen zu. Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) warnt, dass immer mehr Bauunternehmen in ihrer Bautätigkeit behindert werden. Rund 60 Prozent der befragten Mitgliedsbetriebe sind von Einschränkungen wegen Corona betroffen. Zu schaffen machen Baustellenschließungen, ein hoher Krankenstand, steigende Kosten und die Grenzschließungen. Spätestens im April 2020 ist mit niedrigeren Umsätzen zu rechnen. Obwohl die Baubetriebe noch in das Jahr mit einem hohen Auftragsbestand gegangen sind, wird befürchtet, dass dieser immer mehr abschmilzt. Mittlerweile berichtet jedes vierte Bauunternehmen schon von Stornierungen.

Probleme mit der Baukonjunktur auch bei Architekten und Projektentwicklern

Schon jetzt beginnen die Diskussionen um die Zeit nach dem Lockdown und immer mehr Existenzsorgen machen sich breit. Bis jetzt konnte man den Corona-Modus gut meistern. Obwohl es in vielen Unternehmen beim Hoch- und Tiefbau zu keinem Corona-Fall gekommen ist, bereitet die Zukunft Sorgen. "Ich will mit Vernunft an die Verantwortlichen in unserer Gesellschaft appellieren, nachhaltig das Erreichte zu erhalten”, erklärt Thomas M. Reimann, Vorstand im Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure Hessen Frankfurt (BDB). “Es ist mein Wunsch, dass wir früh als tragende Säule der Bauwirtschaft weiterhin wahrgenommen werden. Wir leisten einen nicht unerheblichen Beitrag zum BIP, könnten Kurzarbeit eigentlich vermeiden." Es müsse unbedingt bei den Baugenehmigungen ein Rückstau vermieden werden. Nur so könnten Unternehmen und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Lediglich durch das Weiterarbeiten könnten finanzielle Schieflagen der Unternehmen verhindert werden.

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