Baukonjunktur positiv, obwohl fehlendes Baumaterial bremst

News | Frank Kessler | 01.07.2021
Baukonjunktur positiv, obwohl fehlendes Baumaterial ausbremst
Foto: Roland Riethmüller

Zum ersten Mal in diesem Jahr zeigt sich die Umsatzentwicklung in der Baubranche wieder positiv. Dennoch besteht Aufholbedarf nach der durch Corona verursachten Zurückhaltung und dem zurückliegenden Wintereinbruch. Eine große Herausforderung sind nach wie vor die Lieferschwierigkeiten von Baustoffen. Außerdem wirken sich auch die gestiegenen Baumaterialpreise auf die Baukonjunktur aus, denn das fehlende Baumaterial bremst die Arbeiten auf den Baustellen aus.

"Die Umsatzentwicklung zeigt im April das erste Mal in diesem Jahr ein positives Vorzeichen. Allerdings bleibt nach dem Wintereinbruch und den coronabedingten Bremsspuren gegenüber dem Vorjahr noch einiges aufzuholen." Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Felix Pakleppa, die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts zur aktuellen Entwicklung der Konjunktur im Bauhauptgewerbe. Der Umsatz der Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten erreichte im April einen Umsatz von 7,94 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum gingen Aufträge in Höhe von rund 7,9 Milliarden Euro ein.

Positive Baukonjunktur, aber große Herausforderungen durch Lieferproblemen

Die größten Herausforderungen liegen jedoch bei den Lieferproblemen, erklärt Pakleppa. Besonders betroffen seien Holz, Stahl und Kunststoff. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Verlängerung der Kurzarbeitergeldverordnung sowie die Stoffpreisgleitklauseln werden ausdrücklich begrüßt. Sollte es jedoch nicht zügig zu einem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei den Baustoffen kommen, ist ein reibungsloser Baustellenbetrieb gefährdet. Projekte können dann nur schwer kalkuliert werden, befürchtet Pakleppa. Die Entwicklung beim Auftragseingang sieht Pakleppa in den Bausparten sehr differenziert: "Das Auftragsplus von sieben Prozent im April gegenüber dem April 2020 ist maßgeblich auf das Einknicken der Nachfrage im Vorjahr im Wohnungsbau und Wirtschaftshochbau nach dem ersten Lockdown zurückzuführen". Nachfolgend hat sich die Nachfrage im Wohnungsbau stabilisiert. Große Sorge bereitet jedoch der Straßenbau, denn hier mangelt es an neuen Aufträgen.

Steigende Baupreise belasten die Wirtschaftlichkeit der Bauwirtschaft

Von einer positiven Nachfrageentwicklung der ersten vier Monate profitieren jedoch nicht alle Regionen, unterstreicht der Vizepräsident Wirtschaft des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Tim Lorenz. Der Auftragseingang in den Betrieben sei zwar gestiegen, die Preise für die Vorprodukte hätten jedoch um 50 Prozent zugelegt. Wurde bei langlaufenden Verträgen keine Preisgleitung vereinbart, so trägt der Bauunternehmer das alleinige Risiko. Das fehlende Baumaterial werde sich auch auf den Mai auswirken. Das habe wiederum Folgen für die Baukonjunktur.

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