Baukonjunktur und Wohnungsbau treibt Umsatz Gebäudetechnik

News | Frank Kessler | 06.08.2018 Bild zu: Baukonjunktur und Wohnungsbau treibt Umsatz Gebäudetechnik
Foto: Messe Frankfurt / Jochen Günther

Smart Home sowie die intelligente Haustechnik und Gebäudetechnik gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dies bestätigt eine aktuelle Umfrage, die eine deutlichen Umsatzsteigerung und Mitarbeiteranstieg ermittelte. So profitiert die gesamte Baubranche vor allem von der guten Baukonjunktur und der erhöhten Nachfrage im Wohnungsbau. Den größten Vorteil daraus kann jedoch das SHK-Handwerk ziehen.

Eine im Juli 2018 veröffentlichte Studie des ifo Instituts zeigt, dass im zurückliegenden Kalenderjahr die Umsatz- und Beschäftigungszahlen in der Haustechnik und Gebäudetechnik erneut gestiegen sind. Als Grund nennt die Untersuchung die gute Baukonjunktur und ausdrücklich die steigende Nachfrage durch den Wohnungsbau. Zeitgleich habe ebenfalls die Auftragslage im Bereich der Modernisierungen - insbesondere in den Sparten Bäder und Heizungstechnik - angezogen. Auftraggeber des ifo Instituts waren unter anderem Interessenverbände wie die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), die von der Messe Frankfurt veranstalteten internationalen Fachmesse ISH - Water. Energy. Life. sowie das Forum für Energieeffizienz in der Gebäudewirtschaft (VdZ).

Steigender Anteil der Haustechnik und Gebäudetechnik

Demnach erreicht die Haustechnik im Hochbau mittlerweile eine Quote von 17 Prozent beziehungsweise 46,5 Milliarden Euro an dem gesamten Markt. Bei Betrachtung des sogenannten Ausbauvolumens - also Gesamtumsatz abzüglich Rohbauten und anderer Segmente - verdoppelt sich der Anteil der Gebäudetechnik sogar auf 34 Prozent. Ähnlich positiv wie die Entwicklung des Umsatzes zeigt sich auch der Arbeitsmarkt. Die Zahl der in der Branche fest angestellten Mitarbeiter stieg 2017 um 6.000 neue Stellen auf 508.000. Es zeichnet sich dabei eine leichte Konzentration der mittelständisch geprägten Sanitär-, Heizungs- und Klimawirtschaft ab. So sank die Zahl der Unternehmen leicht von 50.800 auf 50.600 ab.

Umsatz stieg um 3,2 Prozent auf über 57 Milliarden Euro

Nach einem kumulierten Umsatz von 55,3 Milliarden Euro im Jahr 2016 verzeichnet die Studie für die folgenden zwölf Monate einen Anstieg um 1,76 Milliarden Euro auf 57,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 3,2 Prozent, von dem Unternehmen der Gebäudetechnik und der Haustechnik profitieren konnten. Wichtiger Motor der Entwicklung ist die Binnennachfrage, die mit 46,5 Milliarden Euro gegenüber 10,6 Milliarden Euro mehr als vier Fünftel des Gesamtumsatzes ausmacht. Dies entspricht einer langfristigen Tendenz, die sich aus den vergangenen fünf Jahren ablesen lässt.

Die Prognose für das Jahr 2018 lässt erwarten, dass sich das Wachstum fortsetzt, sich aber im Laufe des Jahres leicht abschwächt. Insgesamt erwartet das ifo Institut für das aktuelle Kalenderjahr einen Anstieg um 1,5 Milliarden Euro, wobei der Export von Gebäudetechnik in das Ausland gegenüber dem Binnenmarkt deutlich schwächer ansteigt. Die Studie erwartet, dass sich der Zuwachs in diesem Segment der Haustechnik von 0,7 Milliarden Euro auf rund 0,3 Milliarden Euro mehr als halbieren wird. Bei der inländischen Nachfrage geht das ifo Institut hingegen von einem stabilen Trend aus, bei dem die Vorjahreszahlen sogar leicht übertroffen werden.

Industrie, Großhandel und Handwerk profitieren gleichermaßen

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass von der positiven Entwicklung die gesamte Branche und ebenso die Industrieproduktion profitiert. Überdurchschnittlich umsatzstark zeigen sich dabei die Heizungswirtschaft und der Sanitärbereich. Hintergrund ist bei ersterer die Entwicklung neuer Technologien und eine stetig wachsende Nachfrage an der Verwendung der erneuerbaren Energien. Bei der Gebäudetechnik im Sanitärbereich sorgen unter anderem der Wohnungsbau, die Modernisierung von Immobilien und die altersgerechte Sanierung für einen nachhaltigen, stabilen Aufschwung.

Neuen Kommentar schreiben

Wir stellen diese Frage, um automatisierten Spam zu verhindern.

Das könnte Sie auch interessieren.