Baukrise bleibt: Diese zwei Probleme bremsen Handwerk und Bau

Foto: michelangeloop / envatoelements

Trotz politischer Impulse bleibt die Lage in der Bauwirtschaft weiter angespannt: Eine aktuelle Marktanalyse zeigt, dass Personalknappheit und steigende Baukosten auch in den kommenden anderthalb Jahren die Branche dominieren. Hersteller sehen kaum Entlastung, dabei sind Handwerk und Mittelstand besonders betroffen. Zukunftslösungen wie KI und serielles Bauen spielen aktuell kaum eine Rolle. Doch trotz aller Herausforderungen muss die Baubranche umdenken.

Trotz vereinzelter Lichtblicke bei Konjunktur und politischer Unterstützung zeichnet die neue Jahresanalyse des Marktforschungsinstituts BauInfoConsult ein deutliches Bild. Die Bauwirtschaft in Deutschland wird auch in den Jahren 2025 und 2026 vor allem durch zwei wesentlich Faktoren geprägt: dem akuten Fachkräftemangel und den weiter steigenden Baukosten. Während einige Hersteller einen vorsichtigen Optimismus für die allgemeine Branchenlage äußern, bleiben sie in ihrer Einschätzung der zentralen Entwicklungen deutlich zurückhaltender. Insbesondere der sich zuspitzende Personalmangel wird von der Bauzulieferindustrie als größter Bremsklotz wahrgenommen. Die Verrentung der geburtenstarken Jahrgänge ist nicht länger ein Zukunftsthema, sondern Realität. Laut der Erhebung sehen drei von vier befragten Herstellern den Fachkräftemangel als prägendstes Thema der kommenden Jahre. „In Bau- und Planungs- wie Industrieberufen macht sich der Mangel an Fachkräften für viele Betriebe deutlich bemerkbar.“ Parallel dazu bereiten steigende Bau- und Materialkosten zunehmend Sorgen. 45 Prozent der Hersteller sehen die Baukosten als zentrale Herausforderung, ein Viertel macht vor allem die weiter steigenden Materialpreise verantwortlich. Besonders betroffen sind Hersteller aus dem Bereich Werkzeuge, Dach- und Holzbau, Fenster und Türen sowie Bauchemie.

Serielles Bauen und KI bleiben Randthemen

Während die Politik auf Beschleunigung durch modulare Verfahren und digitale Lösungen setzt, sehen die meisten Produzenten darin kurzfristig kaum Potenzial. Der Glaube an den Durchbruch serieller oder modularer Bauweisen ist gering ausgeprägt – mit Ausnahme des Rohbaus und des Installationsgewerks. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird eher als langfristige Option denn als aktueller Gamechanger wahrgenommen.

Nachhaltigkeit wichtig, Energieeffizienz verliert an Bedeutung

Bemerkenswert ist der Bedeutungsverlust klassischer Trendthemen. Zwar bleibt Nachhaltigkeit mit 36 Prozent der Nennungen unter den Top drei, doch die Energieeffizienz – über Jahre ein dominierender Aspekt in der Bauplanung – fällt auf Rang sieben zurück. Der Heizungsmarkt leidet offensichtlich noch immer unter dem Vertrauensverlust infolge des Debakels um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) aus dem Jahr 2023. Hoffnungsschimmer kommen nur aus dem Dämmungs- und Abdichtungsbereich.

Prognose zeigt stagnierende Dynamik

Die Bautrendstudie basiert auf einer Befragung von 42 Herstellern sowie rund 500 weiteren Marktakteuren. Insgesamt zeigt sich eine Branche im Spannungsfeld zwischen Kostenexplosion und Personalknappheit, mit wenig Fantasie für strukturelle Veränderungen. Entscheidend für die kommenden Jahre bleibt, wie effizient die Unternehmen mit diesen bestehenden Belastungen umgehen können.

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alle massnahmen, wohnungsbaukostensenkungskommissionen etc. haben die letzten jahrzehnte versagt, es braucht einen „reset“ bzw. eine revolution, bei der alles bisherige hinterfragt bzw. abgeschafft wird, siehe lösungsvorschläge auf www.rod.de

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