Baukrise und Bürokratie: Holzindustrie massiv unter Druck

Foto: JR-50 / envatoelements

Eine aktuelle Umfrage verdeutlicht die erheblichen Belastungen, unter denen die Säge- und Holzindustrie derzeit steht. Die schwache Baukonjunktur und die anhaltende Wohnungsbaukrise bereiten den Unternehmen starke Schwierigkeiten. Dabei sorgt die Politik durch erhöhte Bürokratie für eine zusätzliche Unsicherheit und könnte den Holzmarkt damit weiter destabilisieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Baukrise für einen akuten Auftragsmangel sorgt und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gefährdet.

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) hat eine Umfrage zur aktuellen Lage veröffentlicht, die bei den mehr als 100 Mitgliedsunternehmen durchgeführt wurde. Das Ergebnis macht deutlich, wie groß die derzeitigen Herausforderungen der Baubranche sind. Die schwache Baukonjunktur und die Wohnungsbaukrise bereiten den Unternehmen der Säge- und Holzindustrie große Sorgen. Hinzu kommt die Einführung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die sich ebenfalls auf die Konjunktur auswirken wird. „Die Ergebnisse unserer Verbandsumfrage geben nicht nur Einblicke in die aktuelle Lage der Säge- und Holzindustrie, sondern unterstreichen auch die Appelle, die seit Monaten aus der gesamten Wirtschaft kommen“, betont DeSH-Präsident Stephan Lang. „Ohne entschiedenes politisches Handeln wird es keine schnelle Erholung geben.“

Baukrise und der Mangel an Aufträgen beeinflussen die Baukonjunktur

Von den befragten Unternehmen sehen 75 Prozent in der schwächelnden Baukonjunktur die größten Herausforderungen. Rund 40 Prozent der Betriebe sehen ihre Geschäftslage als schlecht an. Dass sich die Lage bessert, davon gehen sie erstmal nicht aus. Aufgrund der hohen Preise für Personal und Rohstoffe sind die Unternehmen im internationalen Vergleich schlechter gestellt. Die wachsende Belastung durch die Bürokratie trägt auch zu den wirtschaftlichen Verwerfungen bei. 

Die wachsende Bürokratie hemmt die Erholung der Wirtschaft

Dabei ist die Einführung der EUDR zum Ende des Jahres ein besonderes Ärgernis. Rund 94 Prozent der Betriebe seien laut DeSH nicht in der Lage, diese auch umzusetzen. Doch die EUDR ist nicht nur in der Praxis schwer einzuführen, sie wird auch die Baukonjunktur weiter schwächen. Damit drohen weitere Verwerfungen auf dem Holzmarkt. Es fehlen zudem die technischen Voraussetzungen. Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen sehen darin einen Wettbewerbsnachteil im internationalen Handel. Denn Holz ist ein Rohstoff, der wichtig für die Zukunft ist. Anstatt noch mehr Bürokratie müssen verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die aktuelle Baukonjunktur verlangt von der Politik ein schnelles Handeln. Die klimafreundliche Transformation wird durch das Abwarten und der Hoffnung auf Besserung nicht gelingen, sondern ist zum Scheitern verurteilt.

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