Baukrise verschärft: Baustoffproduktion deutlich gesunken

Foto: imagesourcecurated / envatoelements

Es wird vor einer Verschlechterung der Baukrise gewarnt. Grund dafür ist ein Rückgang der Baustoffproduktion. Der Abschwung kommt durch die verschlechterten Bedingungen für Wohnungsbauförderungen, hohe Baukosten und die Zinswende zustande. Um diesem Abschwung entgegenzuwirken, wird mehr baupolitische Verlässlichkeit gefordert. Dringend werden Impulse gebraucht, um die Baukonjunktur anzukurbeln. Das kann nur durch ein Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und demokratischen Kräfte gelingen.

Das Statistische Bundesamt hat neue Daten zur Baustoffproduktion 2023 herausgegeben, die nun vom Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs) veröffentlicht wurden. Demnach ist die Produktion von Baustoffen im vergangenen Jahr um 16,7 Prozent gesunken. Einzelne Branchen haben sogar Rückgänge von bis zu 40 Prozent. Eingeleitet wurde der Abschwung bereits im Jahr 2022. Schuld daran sind Zinswende, hohe Baukosten, schlechte Wohnungsbauförderungen und die Unsicherheit auf dem Markt. So wurden im Jahr 2023 knapp 40 Prozent weniger Ziegel und über 30 Prozent weniger Kalksandstein und Porenbeton produziert. „Während sich die Lage auf den Wohnungsmärkten weiter verschärft, steht der Wohnungsbau am Abgrund“, bestätigt bbs-Hauptgeschäftsführer Matthias Frederichs. „Wenn bei einem so elementaren Thema wie Wohnen die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage weiter auseinanderbricht, kann die soziale Sprengkraft dahinter gar nicht unterschätzt werden.“ Rückgänge gab es auch bei der Zementherstellung von minus 11,8 Prozent, beim Transportbeton minus 18,6 Prozent, bei Kies und Sand minus 14,8 Prozent, bei Mörtel minus 11,2 Prozent und bei Keramikfliesen minus 33,6 Prozent.

Die Auswirkungen der Baustoffproduktion beeinflussen die gesamte Gesellschaft

Die Baustoffproduktion wirkt sich auf die gesamte Gesellschaft aus. Weniger Baustoffe bedeuten auch weniger Wohnungen, weniger Gebäude-Instandhaltungen und weniger Energiewende. Zum Beispiel braucht das Fundament einer Windkraftanlage rund Tausend Kubik Transportbeton. Greift die Politik nicht schnell ein, dann verfehlt Deutschland mittelfristig die Ziele bei den erneuerbaren Energien. Gebraucht wird laut Frederichs mehr Verlässlichkeit in der Baupolitik. Damit die Verbraucher das Risiko einer Baufinanzierung eingehen, braucht es Vertrauen. Dieses wurde durch das Heizungsgesetz und den eingestellten Förderprogrammen nachhaltig beschädigt. 

Neue Impulse für die Baukonjuktur nötig

Doch auch die Opposition ist schuld an dieser Misere. Es kann nicht nachvollzogen werden, warum das Wachstumschancengesetz verzögert wird. Um die Baustoffproduktion wieder anzutreiben, braucht es neue Impulse. Dies gelingt nur durch eine Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und der demokratischen Kräfte. Es wird deshalb bessere Förderprogramme, mehr Bauland, weniger Bürokratie und eine zügige Umsetzung geplanter Bauvorhaben gefordert. Ein wichtiges Signal ist die Bereitstellung von einer Milliarde Euro für den Wohnungsbau. Wenn sich die Baustoffproduktion nicht kurzfristig bessert, werden die Produktionskapazitäten auf Dauer abgebaut. So etwas darf in Deutschland nicht passieren. Die Baustoffproduktion muss wieder in Schwung kommen.

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