Bauland, Baumaterial, Handwerkerleistung - teuer wie nie zuvor

News | Frank Kessler | 07.09.2021
Bauland, Baumaterial, Handwerkerleistung - teuer wie nie zuvor
Foto: Roland Riethmüller

Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts bestätigen es, Bauland war noch nie so teuer wie aktuell. Festgestellt wurde aber auch, dass die Kaufwerte mit der Größe der Gemeinde steigen. Preissteigerungen gibt es aber auch bei den Baumaterialien und Handwerkerleistungen. Der Grund dafür dürfte in der großen Nachfrage nach Bauleistungen liegen. Begünstigt wird dies durch die zurzeit günstigen Baukredite.

Im Jahr 2020 waren Baugrundstücke so teuer wie nie zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. Demnach kostete ein Quadratmeter baureifes Land im Durchschnitt 199 Euro. Im Jahr 2010 lag der Preis noch bei 130 Euro. Dabei wird ein erhebliches Preisgefälle deutlich. Besonders viel zahlten die Grundstückskäufer in Bayern und Baden-Württemberg. Die Preise lagen hier bei 349 Euro und 245 Euro. Besonders günstig waren die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Hier zahlten die Grundstückskäufer lediglich 46 Euro beziehungsweise 63 Euro.

In Großstädten sind Bauland, Baumaterial und Handwerkerleistung richtig teuer

Auffällig ist, dass die Grundstückspreise mit der Gemeindegröße steigen. Im Schnitt kostete ein Quadratmeter Land im Jahr 2020 in Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohner rund 71 Euro. Das 17-fache mussten die Käufer hingegen in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohner zahlen. Der Durchschnitt lag hier bei 1.213 Euro. Der Verein zur Qualitätskontrolle am Bau (VQC) konnte auch starke Preissprünge bei den Handwerkerleistungen und Baumaterialien verspüren. Die Gründe dafür sieht der VQC bei der starken Nachfrage nach Bauleistungen, was auf die derzeit günstigen Baukredite zurückzuführen ist.

Baugrundstücke in Geschäftsgebieten besonders teuer

Mehr als dreiviertel, nämlich rund 76 Prozent aller Verkäufe von baureifem Land fanden in Wohngebieten statt. Der Quadratmeter bebaubares Land kostete hier 234 Euro. Am teuersten waren die Preise pro Quadratmeter in Geschäftsgebieten. Durchschnittlich betrug der Preis hier 242 Euro. Der Preis in Wohngebieten geschlossener Bauweise lag bei 309 Euro pro Quadratmeter. Das sind 92 Euro mehr als in Wohngebieten mit offener Bauweise. Hier betrug der Preis pro Quadratmeter 217 Euro. Bei einer geschlossenen Bauweise dürfen die Häuser ohne Abstand gebaut werden. Das ist zum Beispiel bei Reihenhäuser der Fall. Bei der offenen Bauweise ist ein seitlicher Grenzabstand gefordert. In ländlichen Gebieten kostete das Bauland pro Quadratmeter nur 62 Euro. In Dorfgebieten ist nur der Bau von Wohngebieten und land- und forstwirtschaftlichen Betrieben erlaubt.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Martin Biermann am 07.09.2021 )

Was hat beim Bauland versagt? Das https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/spekulation-bauland-nimmt-zu-100.html
erklärt`s!

Wie verhindert man - steigende Bau-Errichtungs-Kosten?
makroökonomisch (aber einfach erklärt): min. 6% mehr HABEN/schaffen/bauen - als nachgefragt wird!
Ökonomisch...- Nur, durch sprunghafte Steigerung der Arbeits-Produktivität im Bauwesen (=> Hat die deutsche Bau-Forschung/-Lehre versagt? Weil, Sie - NUR - die Fragmentierung "Schubladen denken..." vor-ran treibt?)

Wer hat`s wie verstanden
Ja - Herr Söder - https://www.welt.de/politik/deutschland/article233620935/Markus-Soeder-beim-Gillamoos-Wer-FDP-waehlt-bekommt-am-Ende-Rot-Gruen.html (ab: Zeit-Uhr 22:00) - mehr Augenmerk... auf die  KLEINEN kmu`s (= 1-20 Arbeitnehmer) als Große u. Konzerne! Weil, DIE  schon immer den Karren aus dem Dreck ziehen mussten ABER die geringste Förderung/Aufmerksamkeit/Zuschüsse/.... bis LOB u. Lohn  erhalten!
MfG
PS: Wie tief muss man sinken – um Wahlkampf für das C - für/in D.- zu machen?

  (Geschrieben von Jens Vetter am 08.09.2021 )

Das ist alles ganz einfach und hat einen Namen: Inflation (vielleicht noch gepaart mit Ängsten, dass der Euro kippt).

Und wer hat die Grundlagen für die EZB- Politik gelegt? 

Das ist nix anderes als Geld- Sozialismus und die Auswirkungen sind halt u.a. Inflation in den Vermögenspreisen wie Bauland, den darauf zu errichtenden Immobilien, Edelmetallen, Kunst, Oldtimern und - vor allem - die Aktienblase.

Die Verlierer sind die Vermögenslosen bzw. alle die ihr Geld mit Arbeit verdienen müssen.

Aber der dt. Michel wählt ja bald Laschet, Scholz oder das Baerböckchen ins Kanzleramt - dann wird sicher alles gut...

 

  (Geschrieben von Arvid Herzog, … am 08.09.2021 )

Wer hat sich diesen schönen Trick, die Bauwirtschaft wird durch die Pandemie lahmgelegt, ausgedacht? Es muss doch einen unanständigen Weg geben, auf Dauer die Kosten nach oben anzuheben. Ich benenne dieses einfach als "Ausbeutung". Bei der Verlangsamung aller Produktionen, müssten doch jetzt mehr Produktionsstoffe vorhanden sein? In Wirklichkeit geht es um unanständige Bereicherung, z. B. Grundstücke, mit welchem Recht können Menschen diese kaufen, die Oberfläche der Erde gehört doch allen. Es offenbart sich unnatürlich, dass sog. mächtige Menschen letztlich mit Gewalt in den Besitz von Land kommen, ob mit Geld und wenn es gar nicht anders geht, durch erschießen, siehe die indigenen Völker auf der ganzen Erde; in den sog. USA wurden dafür 80.000.000 (Millionen) hochintelligente Völker liquidiert. Die Menschheit muss endlich begreifen, das Geld nicht einen Machtanspruch hat, sondern nur der Wille zur Gerechtigkeit Anspruch hat, dabei ist gleichgültig wer eine Firma wie die BRD leiten sollte, die Hauptsache direktdemokratisch und nicht repräsentativ demokratisch, wie unter Adenauer. Demokratisch wie die Schweiz oder Singapur.

Kommentar eines Wanderpredigers 

 

  (Geschrieben von Günter am 08.09.2021 )

Hallo, wollte nur mal schreiben das sich die gesamten Kosten die mit Bau zusammenhängen jetzt einfach mal normal eingependelt haben. Das die Gesamte Industrie, vor allem die Autoindustrie ein vielfaches zu teuer und hochpreißig ist und das schon seit 70 Jahren, warum wird das eigentlich nicht erwähnt.

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