Baupreise explodieren – Energetische Gebäudesanierung stagniert

Foto: Roland Riethmüller

Marktforscher warnen, dass das Erreichen der Klimaziele immer mehr in weite Ferne rückt. Denn trotz steigender Ausgaben der Bauherren sinken die realen Investitionen. Schuld daran sind die gestiegene Baupreise, die eine energetische Gebäudesanierung schlichtweg ausbremsen. Laut einer aktuellen Studie stagniert die Sanierungsrate seit Jahrzehnten bei nur einem Prozent. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen Wohn- und Nichtwohngebäuden. Besonders drastisch ist der Rückgang bei gewerblichen Bauten. Nur bessere Förderbedingungen und Investitionsanreize können die Wende bringen.

Die extrem gestiegenen Baupreise bremsen die Investitionen in die energetische Gebäudesanierung aus. Im Jahr 2023 gaben die Immobilienbesitzer 72 Milliarden Euro für die Dämmung, den Heizungstausch und andere Maßnahmen aus. Das sind zwölf Milliarden mehr als zwei Jahre zuvor. Gleichzeitig müssen allerdings die erheblichen Preisanstiege berücksichtigt werden. Dadurch relativiert sich das Ergebnis und erklärt den Investitionsrückgang im selben Zeitraum um sechs Prozent. Das belegt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Die realen Investitionen sind in den letzten zehn Jahren um sieben Prozent gegenüber dem Jahr 2013 zurückgegangen.

Sanierungsrate stagniert: Klimaziele in Gefahr

Nach Einschätzung der Studienautoren Martin Gornig und Katrin Klarhöfer ist damit das Erreichen der Klimaziele in weite Ferne gerückt. „Bei Gebäuden ließe sich jede Menge CO einsparen, aber man muss diese Chance auch ergreifen“, so Gornig. „Es ist klar, dass es sich bei der energetischen Sanierung des gesamten Gebäudebestands um eine gigantische Aufgabe handelt, die nicht innerhalb eines Jahrzehnts erledigt ist.“ Trotzdem erfolge die Sanierung viel zu langsam. Seit der Jahrtausendwende liegt die Sanierungsrate bei nur einem Prozent. Zusätzlich gibt es auch Diskrepanzen zwischen Wohn- und Nichtwohngebäuden. Hier driftet die energetische Gebäudesanierung deutlich auseinander. Bei Wohngebäuden seien im Vergleich der letzten zehn Jahre die Investitionen in Dämmung, sowie in neue Heizungen real um 20 Prozent gestiegen. Bei öffentlichen und gewerblichen Bauten sind die Investitionen in die energetische Sanierung dagegen um 30 Prozent gesunken. Investitionen in Fenster und Türen befinden sich in beiden Bereichen im Sturzflug. 

Die energetische Gebäudesanierung braucht neue Fördermittel

Damit eine Trendwende in die energetische Gebäudesanierung geschafft werden kann, müssen bessere Förderbedingungen und Investitionsanreize geschaffen werden. Dazu gehöre laut den Studienautoren auch eine Anhebung der Fördergelder. Die Programme für die energetische Gebäudesanierung sind zwar aufgestockt worden, doch angesichts der gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten reicht das für die energetische Gebäudesanierung nicht aus.

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