Baustoff Sand mit starker globaler Nachfrage

News | Roland Riethmüller | 30.05.2016
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Foto: Roland Riethmüller

Seit ein paar Jahren wird Sand verstärkt am Markt nachgefragt. Selbst Wüstenstaaten in Nahost importieren den Baustoff mittlerweile, um ihre Bauvorhaben umzusetzen. Doch vor allem der Bauboom in Indien und China treibt die Nachfrage. Zusätzlich steigert die Frackingölindustrie in den USA den Absatz, der in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen soll.

Das Geschäft mit dem Baustoff Sand boomt. So soll der Markt mit Sand bis 2018 jährlich um 5,5 Prozent steigen, prognostiert eine Studie der Freedonia Group. Denn während das Geschäft mit dem Baustoff Sand über Jahrzehnte ruhig war, ist der Markt in den letzten Jahren erheblich in Bewegung geraten. Grund dafür ist der globale Bauboom. Selbst der Wüstenstaat der Vereinigten Arabischen Emirate hat für Bauvorhaben Sand aus dem Ausland gekauft. So wurde 2014 Sand im Wert von 456 Millionen US-Dollar importiert.

Ein Fünftel der Nachfrage nach Sand kommt aus China

Vor allem der Bauboom in China und Indien hat die Nachfrage stimuliert, weiß Pascal Peduzzi von der Investmentfirma D.A. Davidson. “China hat in den letzten vier Jahren mehr Sand verbraucht als die USA im gesamten letzten Jahrhundert.” Laut einer UN-Studie ist die Volksrepublik damit für ein Fünftel der globalen Nachfrage verantwortlich. Neben dem Ausbau der Infrastruktur mit Dämmen, Straßen und Fabriken werden von den Chinesen im Südchinesischen Meer komplette Inseln aufgeschüttet, um die Landfläche zu vergrößern. Hintergrund ist sicher auch der Territorialkonflikt mit Vietnam.

Auch für den Bau von Frackingschächten wird viel Sand benötigt

Doch auch die USA haben einen hohen Bedarf an dem Baustoff Sand. So wurde dort im vergangenen Jahr Sand im Gesamtwert von 8,3 Milliarden Euro verkauft. Dabei spielt der Fracking-Boom eine nicht ganz unbedeutende Rolle: Alleine für die Frackingschächte wurde im Vergleich zur Vordekade alleine 2013 eine 19-fache Produktionssteigerung festgestellt. Doch ist der Absatz in diesem Bereich auch stark vom gegenwärtigen Ölpreis abhängig. Zwischen 2011 und 2014 stieg der Absatz von 24 Millionen auf 59 Millionen Tonnen an, rutschte jedoch im vergangenen Jahr aufgrund des geringen Ölpreises auf 50 Millionen Tonnen ab.

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