Baustoffe im Wettstreit, doch Stein ist billiger als Holz

News | Frank Kessler | 02.02.2017
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Foto: Roland Riethmüller

In Deutschland ist der Bedarf an Miet- und Eigentumswohnungen groß. Deshalb ist es so wichtig, einen Blick auf die verwendeten Baustoffe zu werfen. Eine umfassende Studie hat ergeben, dass bei einer 50-jährigen Lebensdauer der Gebäude Holz nicht unbedingt geeignet ist. Es ist teurer und nicht ökologischer als der Baustoff Stein.

Die Studien wurde auf der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerk- und Wohnungsbau (DGfM) in München bei der Baufachmesse BAU vorgestellt. Ein Nachhaltigkeits-Check mit einer Lebensdauer von 80 Jahren brachte sogar einen Vorteil für das Mauerwerk. Häuser aus diesem Material hätten langfristig gesehen sogar eine bessere Ökobilanz als Holzhäuser. Das teilte Dr. Sebastian Pohl vom LCEE-Beratungsinstitut (Life Cycle Enginieering Experts) auf dieser Pressekonferenz mit.

Warnung vor dem Raubbau

Gleichzeitig warnte Pohl vor dem Raubbau am Forst und wies auf die ökologische Gefahr hin. Schon jetzt sei die Situation problematisch, denn bei den Nadelhölzern, insbesondere der Fichte, liege der Verbrauch bereits über 15 Prozent des natürlichen Wachstums. Das hat zur Folge, dass bereits heute Deutschland auf große Nadelholz-Importe aus Tschechien und Polen angewiesen sei. Pohls Fazit: "Das Holzhaus mag ökologisch gut klingen. Aber ebenso grün sei auch ein Steinhaus und dazu noch günstiger".

Der Baukosten-Check bringt es an Licht

Dass im Mauerwerk ein großer Vorteil liegt, haben Wissenschaftler ermittelt. Der Bau von Steinhäusern ist um vier Prozent günstiger, als die Holzvariante. Das macht sich besonders beim Mehrfamilienhaus bemerkbar, wo die Einsparungen bei rund sechs Prozent liegen. Die Ergebnisse stammen aus einer Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE).

Für den Geschäftsführer der ARGE, Dietmar Wahlberg, steht deshalb fest, dass der Wohnungsbau mit Steinen die wirtschaftliche günstigste Variante sei. Das ist auch der Grund, warum fast Dreiviertel der Wohnhäuser in Deutschland massiv gebaut werden. Im Gegensatz zur Holzvariante ist das eine langfristig sichere Bauweise, deren ortsnahe Rohstoffversorgung immer vorhanden ist.

Energie sparen mit Mauerwerk

Der Energiespar-Aspekt darf aber auch nicht unterschätzt werden. Das Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW) hat eine Studie in Auftrag gegeben, die belegt, dass Mauerwerkskonstruktionen trotz steigender Energieeffizienz zukunftsfähiger sind. Damit entsprächen sie auch dem von der EU geforderten Niedrigenergie-Standard.Aktuelle Umfrage:Ist Stein am Ende und Holz die Zukunft?

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