Bautrends 2020 vom Fachkräftemangel und Corona geprägt

News | Frank Kessler | 22.07.2020
Bautrends 2020 vom Fachkräftemangel und Corona geprägt
Foto: Roland Riethmüller

Auch in diesem Jahr fand wieder die Befragung nach aktuellen Bautrends statt. Gefragt wurde nach den Entwicklungen, die die Baubranche derzeit besonders beschäftigen. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Der Coronavirus stand an erster Stelle. Den zweiten Platz belegte das Thema Fachkräftemangel. Andere in den letzten Jahren relevante Themen wie zum Beispiel Smart-Home oder Modernisierung standen eher im Schatten.

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Bau aus. Viele langjährige Trends werden dadurch in den Schatten gestellt. Trotzdem gibt es noch weitere Themen außer Corona, mit der sich die Bauwirtschaft beschäftigt. Im April und Mai 2020 fand durch das Marktforschungsinstitut BauInfoConsult eine telefonische Befragung zu den aktuellen Bautrends statt. Rund 600 Architekten, Maler, Bauunternehmer, Trockenbauer und SHK-Installateure wurden gefragt, welche Entwicklungen das Baugeschehen im Jahr 2020 und 2021 prägen würden. Da die Befragung mitten des Lockdowns stattfand, waren auch die Antworten dementsprechend.

Kein Ende von Corona in Sicht?

Die Folgen der Corona-Krise haben einen so großen Einfluss auf das Baugeschehen, wie kein anderes Ereignis. Auf den Baustellen ist das bereits bei den Abstands- und Hygienevorschriften zu spüren. Der Umgang mit Mitarbeitern und Subunternehmern in Quarantäne halten die Betriebe ebenfalls auf Trab. Der bürokratische Aufwand ist dabei für die Betriebe nicht zu unterschätzen. Kleine Betriebe wird der Zeitaufwand bei der Umstellung der neuen Mehrwertsteuersätze ebenfalls reichlich Bürokratie einbringen. Doch auch der bürokratische Aufwand, um Kurzarbeitergeld, Soforthilfen oder KfW-Sonderkredite zu beantragen, ist nicht zu unterschätzen. Die Einführung der neuen Mehrwertsteuersätze war schließlich besonders für kleine Baufirmen mit einem hohen Zeitaufwand verbunden.

Bautrends 2020/2021 - Gute Nachrichten beim Fachkräftemangelproblem

Darüber hinaus sind in den nächsten zwei Jahren die möglichen Auswirkungen der Corona-Krise zu verkraften. Die Bauakteure sind jedoch gelassen. Nur jeder Zehnte gab an, dass die nächsten zwei Jahre von Unsicherheit geprägt werden. Rund 40 Prozent der Befragten sehen im Fachkräftemangel ebenfalls einen bestimmten Bautrend. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2009 ist die Arbeitskräftenachfrage deutlich zurückgegangen. In der jetzigen Situation ist das ein gutes Signal. Mit erhöhten Baupreisen rechnen 16 Prozent. Dass nachhaltiges Bauen in den kommenden zwei Jahren die Situation bestimmtem wird, damit rechnen zehn Prozent. Neun Prozent erwarten eine unsichere Konjunktur. Dass Energieeinsparung/Energieeffizienz die Baubranche bestimmen wird, sehen neun Prozent. Drei Prozent rechnen damit, dass Building Information Modeling (BIM) die Baubranche verändern wird.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Johnny Weston am 23.07.2020 )

Was denken Sie warum Fachkräftemangel besteht? Wenn die Arbeitgeber hochqualifizierte deutsche Arbeitskräfte mit 32 Jahren Berufserfahrung mit Löhnen abspeisen wollen die ein

gerade ausgelernter Elektriker laut Tarif bekommt, dann braucht man sich nicht zu wundern. Ich sehe das ja an meinem Beispiel 32 Jahre Berufserfahrung, Technischer Fachwirt, Ausbildereignung, Teil 2 Meisterprüfung bestanden, Fachkraft für Regenerative Energie, Gebäudeenergieberater HWK und studiere Wirtschaftsingenieurwesen Energietechnik im 6 Semester mich dann aber für Entgeltgruppe 3 abspeisen wollen da muss man sich nicht wundern. Bin aufgrund von Coronainsolvenz arbeitslos geworden, da bleib ich liebe für 1000 Euro zuhause als für die 10,90 € bis 12,5 € arbeiten zu gehen. Die Mieten steigen und steigen und die Löhne fallen sogar gegenüber früher zu DM Zeiten.

  (Geschrieben von Peter Wartmann am 23.07.2020 )

Wenn Arbeitgeber meinen es müssen auch weiterhin nur Hungerlöhne gezahlt werden, dann nur zu.

Der Reichste auf dem Friedhof zu sein ist lediglich ein Mangel an Intelligenz.

  (Geschrieben von Frank Knoblauch am 23.07.2020 )

Sehr geehrter Herr Weston,

ich kann Ihnen zu Ihrer Ausführungen leider nur zustimmen.

Trotz erfolgreicher Ausbildung zum Installateur, mit Auszeichnung bestandener Meisterprüfung als Klempner, über 30 Jahren Berufserfahrung, Anstellungen als Abteilungsleiter, Bauleiter und Betriebsleiter und aufgrund von Corona derzeit ebenfalls arbeitslos mit der Perspektive einer Fortbildung zum Gutachter  bekomme ich ebenfalls nur sehr gering vergütete Angebote seitens zukünftiger Arbeitgeber.

Oft genug bekomme ich - falls es überhaupt dazu kommt- beim Gespräch zu hören, ich sei ja überqualifiziert für den Job.

Kann man überhaupt jemals überqualifiziert sein?

Mein Fazit, auch aus vielen Gesprächen mit Bekannten, die ebenfalls in verschiedenen Handwerksberufen unterwegs und teilweise mit derselben Problematik konfrontiert waren, lautet daher:

Gesucht wird die eierlegende Wollmilchsau, die bei einer 80 Stunden-Woche ihren Lohn auch noch mitbringt. Da diese Exemplare ausgesprochen selten zu finden sind, spricht man im Umkehrschluss eben von Fachkräftemangel.

 

Wir gelten immer als überqualifiziert, solange zukünftige Vorgesetzte unterqualifiziert sind!

In diesem Sinne noch viel Erfolg für die berufliche Zukunft.

mit freundlichem Gruß

Frank Knoblauch

 

 

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