Bauwirtschaft bemängelt Benachteiligung von Energieberatern

News | Frank Kessler | 06.10.2015
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Foto: KfW-Bildarchiv / Jens Steingässer

Obwohl sich bereits seit 20 Jahren Handwerksmeister zum Gebäudeenergieberater HWK weiterbilden können, wird bei neuen Förderprogrammen immer wieder von Neuem über die Qualifikation diskutiert. Dies ärgert die Bauwirtschaft, die mit der Qualifikation nicht nur die hohen Kenntnisse über Baustoffe, Konstruktionen und Anlagesystemen unter Beweis stellen. Schließlich trägt der Energieberater auch aktiv zur Ressourcenschonung, Verminderung des CO2-Ausstoßes und Schutz des Klimas bei.

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft kritisiert die fehlende Gleichstellung von geprüften Gebäudeenergieberatern im Handwerk (Gebäudeenergieberater HWK) und Planern. “Es ist aus unserer Sicht absolut unbefriedigend, dass wir bei jedem neuen Förderprogramm des Bundes erneut die Diskussion über die Qualifikation der Gebäudeenergieberater HWK im Vergleich zu den Planern führen müssen, obwohl diese seit 20 Jahren für gute und vor allem praktikable Lösungen bei der energetischen Optimierung von bestehenden Gebäuden stehen”, beklagt sich Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft in Berlin.

Aktuell werden bereits ca. 5.300 Gebäudeenergieberater HWK in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes geführt, was etwa 40 Prozent aller eingetragenen Berater entspricht. Den Abschluss Gebäudeenergieberater HWK wird nach einer 240-stündigen Weiterbildung verliehen und baut auf die fachpraktischen Erfahrungen aus der Gesellenausbildung, Meisterfortbildung und beruflicher Tätigkeit auf. Damit erhält der Energieberater genügend Kenntnisse zu Baustoffen, Konstruktionen und Anlagensystemen aus unterschiedlichsten Baujahren und weiß, dass die energetische Optimierung einer Bestandsimmobilie eines ganzheitlichen Ansatzes bedarf. In einem vom ihm aufgestellten Modernisierungskonzept werden Maßnahmen zur Dämmung der Gebäudehülle und Bestimmung der Anlagentechnik auf den erforderlichen Heizwärmebedarf festgelegt. Dies kann auch sukzessive über einen in der Energieeinsparverordnung vorgesehenen Sanierungsfahrplan umgesetzt werden. Wenn ohnehin Sanierungsmaßnahmen anstehen, rechnen sich die energetischen Modernisierungen erst Recht. Das Bauhandwerk trägt damit aktiv durch qualifizierte Beratung und fachgerechte Ausführung zum Gelingen der Energiewende im Gebäudebereich bei, erklärt Schneider.

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