Bauwirtschaft besorgt: jährlich 98.000 neue Hautkrebs-Fälle

News | Frank Kessler | 19.06.2020
Bauwirtschaft besorgt: jährlich 98.000 neue Hautkrebs-Fälle
Foto: Roland Riethmüller

Sobald der Frühling kommt und die Sonne vermehrt scheint, erhöht sich bei Arbeiten im Freien auch deutlich das Risiko der Erkrankung an Hautkrebs. Mit fünf Verhaltensregeln für mehr UV-Schutz kämpft die Bauwirtschaft gegen seine Ausbreitung. Denn neue Zahlen belegen, dass der weiße Hautkrebs die am meisten angezeigte Berufskrankheit am Bau ist.

Die Berufsgenossenschaft Bau (BG BAU) will Unternehmen und ihre Beschäftigten dazu sensibilisieren, mehr auf die Gesundheit bei der Arbeit zu achten. Die Berufskrankheit Nummer eins im Baugewerbe ist schon seit Jahren der Krebs. Doch es gibt fünf einfache Maßnahmen, sich dagegen zu schützen. Werden diese beachtet, so sinkt die Gefahr der Erkrankung spürbar. So sollte bei der Arbeit möglichst die pralle Sonne gemieden und dagegen eher Schatten gesucht werden. Das lässt sich zwar manchmal nur bedingt umsetzen, doch hilft schon eine Vermeidung der Einteilung von Arbeiten in der prallen Mittagssonne. Doch auch der Facharbeiter selbst kann sich schützen. So sollte unbedingt atmungsaktive langärmelige Kleidung sowie ein Kopf- und Nackenschutz getragen werden. Außerdem sollte eine Schutzcreme mit entsprechend hohem UV-Schutz verwendet und auch regelmäßig beim Arzt eine Kontrolle durchgeführt werden.

Bewusstsein für Gefahren ist durchaus vorhanden

"Im vergangenen Jahr haben weit über 60.000 Beschäftigte, die im Freien arbeiten, von unserem Angebot zur arbeitsmedizinischen Vorsorge Gebrauch gemacht", freut sich Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Ärztliche Direktorin des arbeitsmedizinischen Dienstes (AMD) der BG BAU. Die große Nachfrage hat gezeigt, dass die Unternehmen und die Beschäftigten sich der Gefahren auf den Baustellen durchaus bewusst sind, erklärt Wahl-Wachendorf. Durch regelmäßige Vorsorge können verdächtige Hautveränderungen sofort erkannt werden. Deshalb ist die Vorsorge so wichtig, aber auch die Vorbeugung durch die entsprechende Kleidung ist nicht zu unterschätzen.

Krebs belegt den Spitzenplatz bei den Berufskrankheiten

Auch im Jahr 2019 stand der weiße Hautkrebs auf Platz eins bei den Berufskrankheiten am Bau. Dieser hat seit dem Jahr 2015 deutlich zugenommen und lagen im Folgejahr bereits bei 2.671 Anzeigen und Verdachtsfälle. Im Jahr 2019 ist die Zahl bereits auf 3.131 Verdachtsfälle angestiegen. Die Folge davon war, dass im letzten Jahr über 14 Millionen Euro an Rehabilitationsmaßnahmen, Reha und Heilbehandlungen gezahlt werden mussten. Das macht deutlich, wie wichtig der UV-Schutz auf der Baustelle ist. Jetzt muss gehandelt werden, damit die Solidargemeinschaft der Unternehmen zukünftig nicht mehr so viele Fälle schultern muss.

Schutz vor Hautkrebs ist unerlässlich

Von Anfang April bis Ende September muss der Schutz vor+ den UV-Strahlen an erster Stelle stehen. Leider wird die Gefahr immer noch unterschätzt. Das liegt auch daran, dass die Sonne immer noch als angenehm empfunden wird. Doch im Laufe der Zeit summieren sich die Hautschäden. Rund 98.000 Menschen erkranken jedes Jahr an den Folgen. Das betrifft besonders die Menschen, die im Freien arbeiten, wie zum Beispiel in der Bauwirtschaft. Das Gefahrenbewusstsein muss deshalb bei jedem Einzelnen verstärkt werden. Die BG BAU kündigte deshalb an, ihre Aktivitäten diesbezüglich noch weiter zu verstärken.

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