Der Mittelstand und insbesondere die Bauwirtschaft steckt weiter in der Krise. Eine aktuelle Studie verdeutlicht, dass Investitionen ausbleiben, Stellen gestrichen werden und Insolvenzen zunehmen. Grund dafür: Steigende Energiepreise, Bürokratie und mangelnde Planungssicherheit bremsen die Branche massiv aus. Während der Geschäftsklimaindex im negativen Bereich verharrt, droht folglich ohne politische Gegenmaßnahmen vielen Handwerksbetrieben und Bauunternehmen das Aus. Der Druck auf die Bundesregierung wächst – und mit ihm die Sorge um die Zukunft des Baugewerbes.
Die Aussichten für den deutschen Mittelstand bleiben düster. Auch im Frühjahr 2025 zeigt sich keine Erholung der wirtschaftlichen Lage, wie die aktuelle Studie der Creditreform Wirtschaftsforschung bestätigt. Demnach verharrt der Creditreform Geschäftsklimaindex (CGK) mit minus 2,9 Punkten im negativen Bereich und dokumentiert damit die anhaltend schwierige Situation kleiner und mittlerer Betriebe. Besonders betroffen sind dabei Bauwirtschaft und Handwerk, wo der Optimismus angesichts schwacher Industrieproduktion, geopolitischer Unsicherheiten und Standortnachteilen weiter schwindet.
Investitionsflaute bremst Modernisierung am Bau aus
Eine der auffälligsten Entwicklungen bleibt das extrem niedrige Investitionsniveau. Nur 41,7 Prozent der befragten Unternehmen planen derzeit Investitionen. Hohe Energiepreise und strukturelle Standortschwächen tragen zusätzlich dazu bei, dass dringend notwendige Modernisierungen im Baugewerbe ausbleiben. „Das anhaltend niedrige Investitionsniveau ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Unternehmen wenig Vertrauen in die Zukunft des Wirtschaftsstandorts haben“, bringt es Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, auf den Punkt.
Personalabbau verschärft Fachkräftemangel im Handwerk und Baugewerbe
Gleichzeitig setzt sich der Personalabbau im Mittelstand fort. So ist im Baugewerbe sowie im verarbeitenden Gewerbe die Zahl der Beschäftigten erneut gesunken. 20,2 Prozent der Unternehmen meldeten eine Reduzierung des Personalbestands, während nur 14,8 Prozent neue Stellen schaffen konnten. Für die Branche bedeutet das nicht nur ein zusätzliches Problem im täglichen Betrieb, sondern auch eine potenzielle Verschärfung des Fachkräftemangels.
Steigende Insolvenzen und Forderungen an die Politik
Ein weiteres Warnsignal ist der kontinuierliche Anstieg von Insolvenzen und Forderungsausfällen. Besonders alarmierend: „Seit über zwei Jahren wächst der deutsche Mittelstand nicht mehr“, mahnt Hantzsch. „Das Warnsignal könnte größer nicht sein.“ Die Hauptforderungen an die neue Bundesregierung sind daher klar: Bürokratieabbau, Senkung der Energiepreise und steuerliche Entlastungen. Ohne entschlossene wirtschaftspolitische Maßnahmen droht der Verlust weiterer Unternehmen. Allein in den letzten fünf Jahren sind rund 130.000 wirtschaftlich bedeutende Firmen verschwunden. Gleichzeitig steigt wieder die Nachfrage nach Bankkrediten, weil immer mehr Unternehmen mit Liquiditätsengpässen kämpfen. Auch der Anteil der Betriebe mit Forderungsausfällen von mehr als einem Prozent des Umsatzes ist deutlich gestiegen. Besonders im Baugewerbe könnte dies bei ausbleibenden Reformen schon bald zu einer ernsthaften Bedrohung der Existenz vieler Betriebe werden.

















